Kreissparkasse Köln präsentiert 4. Ausgabe „Kölsche Heimat“

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Sep 272018
 

Foto: KSK/Marek Ratajczak

Unter dem Motto „Met Sang un Klang, de Fisch wääde bang“ ist die Musikproduktion „Kölsche Heimat“ der Kreissparkasse Köln (als Download erhältlich) nunmehr in die vierte Runde gestartet. Mit 18 Liedern würdigt sie auf ganz unterschiedliche Weise die große Tradition der Rheinlieder. So geht es wie bei Berbuers Tour mit dem Müllemer Böötche um witzige Geschichten, aber nicht selten auch um große Gefühle. Neben Neu-Interpretationen von alten Liedern sind ebenfalls viele Produktionen junger Bands zu hören, welche die Herausforderung angenommen haben, ein neues Rheinlied zu schreiben und zu komponieren. Diesmal waren auch zwei französisch-sprachige Gruppen eingeladen mitzumachen, die gemeinsam mit kölschen Musikern den Vater Rhein gleich zweisprachig besingen.

Der künstlerische Kopf und Leiter von „Kölsche Heimat“ ist Helmut Frangenberg. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Journalist und Redakteur arbeitet Frangenberg als Herausgeber und Autor in Köln. Zudem ist er Mitorganisator von „Loss mer singe“ sowie Sitzungspräsident der Kneipensitzung „Jeckespill“.

Wo erhalten Interessierte die „Kölsche Heimat“?

Interessierte können alle vier der bisher erschienenen Folgen der „Kölsche Heimat“ unter www.koelscheheimat.de kostenpflichtig herunterladen. Der Reinerlös aus dem Verkauf fließt an die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler.

Online-Kunden der Kreissparkasse Köln zahlen 5,00 Euro und Nicht-Kunden 8,99 Euro für die gesamte Ausgabe. Im Preis enthalten ist auch ein Booklet mit vielen interessanten Infos zu den Musikern und ihren Musikstücken.

Zur Veranstaltung:

Alexander Wüerst, Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Köln, eröffnete die Veranstaltung zur Vorstellung der 4. Folge „Kölsche Heimat“ am 26. September 2018 in der Kassenhalle der Kreissparkasse Köln am Neumarkt mit den Worten: „Mit der neuen Ausgabe unserer ‚Kölsche Heimat‘ haben wir wieder kölschen Bands und Musikern der unterschiedlichsten Stilrichtungen die Gelegenheit geboten, zusammenzukommen, sich auszutauschen und gemeinsam mit guter Musik sowie ansprechenden Texten einen Beitrag zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der rheinischen Musikkultur zu leisten.“

Nach der Begrüßung der über 500 geladenen Gäste durch Alexander Wüerst übernahm Helmut Frangenberg das Mikrophon und erläuterte die Auswahl der Musiktitel. Mit der Sängerin, Schauspielerin und Autorin Betty LaMinga führte Frangenberg ein Interview. Das musikalische Rahmenprogramm wurde gestaltet von Kempes Feinest mit Mike Kremer, Chanson Trottoir, Stefan Knittler, Miljö und Björn Heuser – alle waren auch an der Musikproduktion beteiligt. Gegen Ende der Veranstaltung lud Björn Heuser zum Mitsingfinale ein.

(Quelle: Pressemitteilung der Kreissparkasse Köln)

Elfter im Elften auch für Gehörlose

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Sep 242018
 

Foto: Geza Aschoff/LVR

Auch gehörlose Menschen können am Elften im Elften auf dem Kölner Heumarkt mitfeiern. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) finanziert die Übersetzung des Programms in Gebärdensprache. Zudem vergibt der LVR kostenfreie Karten an gehörlose Menschen.

Doch nicht nur vor, sondern auch auf der Bühne werden Menschen mit Behinderung bei der Sessionseröffnung dabei sein. Der Gebärdenchor der Jecken Öhrcher – dem ersten Kölner Karnevalsverein für Menschen mit und ohne Hörschädigung – wird mit der Band Klüngelköpp auf der Bühne stehen und deren Hit „Stääne“ in die kölsche Gebärdensprache übersetzen.

Möglich gemacht hat diese inklusiven Angebote eine Kooperation zwischen der Willi Ostermann Gesellschaft und dem LVR, der sich mit seiner Initiative „Karneval für alle“ bereits in der sechsten Session dafür stark macht, dass auch Menschen mit Behinderung Karneval feiern können. In dieser Session finanziert die LVR-Initiative zudem die Livebeschreibung des Rosenmontagszuges für blinde Menschen, die Gebärdendolmetschung an Weiberfastnacht auf dem Alter Markt und bei den Schull- un Veedelszöch sowie die rollstuhlgerechte LVR-Tribüne auf dem Heumarkt.

Kostenfreie Karten für die Sessionseröffnung vergibt der LVR an gehörlose Menschen und je eine Begleitperson, solange der Vorrat reicht. Kartenbestellung bitte per E-Mail an karneval-fuer-alle@lvr.de.

Vorstellabend des Karnevalsverband Rhein-Erft mit tollen Beiträgen

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Sep 232018
 

Am gestrigen Abend lud der Karnevalsverband Rhein-Erft zum jährlichen Vorstellabend in den Hans-Köster-Saal nach Pulheim. Der Regionalverband des Bund Deutscher Karneval, dem 160 Mitgliedsgesellschaften angeschlossen sind, präsentierte gleich 18 Programmpunkte, darunter vier Tanzgruppen und viel Musik. Etwas schmerzlich vermisst wurden weitere gute Redebeiträge – wobei ein Redebeitrag wegen Chaos am Berliner Flughafen gar nicht erst den Weg ins Rheinland schaffte.

Bevor wir auf die einzelnen Programmpunkte näher eingehen, erst einmal eine grundsätzliche Anmerkung gerade im Bezug auf die Musikbeiträge: Wenn selbst der Verbandspräsident des Karnevalsverband Rhein-Erft, Peter Neukirchen, an seinem Platz sich die Finger in die Ohren steckt, heißt das nicht zwingend, dass der Beitrag „driss“ war – sondern einfach nur zu LAUT! Und wenn man dann die Tontechniker mit ihren iPads darauf anspricht und es heißt dann „Daran kann ich nix machen, dass liegt am Saal!“, dann hat der Tontechniker (leider) den Job verfehlt! Auch bei euren iPad-Mischpulten gibt es einen Regler für die Lautstärke – ihr müsst ihn nur nutzen, wie es am gestrigen Abend gleich zwei Tontechniker auch geschafft haben. Und den beiden Jungs haben wir dafür persönlich gedankt …

Fotos: Andreas Klein

Pünktlich um 18:20 Uhr startete das unmoderierte Vorprogramm mit der Band „Tacheles„. Hier darf man nicht zwingend ausschließlich kölsche Töne erwarten – aber das Programm der fünf Musiker dürfte fast jeden Saal im Rheinland von den Stühlen reissen. Neben kölschen Hits gibt es Rock- und Pop-Klassiker, die sowohl musikalisch als auch gesanglich sehr gut vor dem Publikum bestehen können. Gut, auf der Seniorensitzung nicht gerade die richtige Programmnummer – aber auf Mädchensitzungen dürften die Jungs jeden Saal auf Höchsttemperatur bringen und den gerne gebuchten „Big Maggas“ aus der gleichen Agentur („Die KölschAgentur“ von Wolfgang Lutter) den ein oder anderen Job abnehmen.

Chor der „Fründe der Akademie för uns kölsche Sproch“

Eine ganz andere musikalische Richtung schlug dagegen die nächste, erste „ordentliche“ Programmnummer ein: Der Chor der „Fründe vun der Akademie för uns kölsche Sproch e. V.“ brachte den Saal mit altbekannten kölschen Leedcher zum Mitschunkeln und Mitsingen. Der 2008 durch Björn Heuser gegründete Chor veranstaltet jedes Jahr mehrere Mitsingkonzerte, präsentiert sich aber auch bei Konzerten, z. B. in diesem Jahr auf der Hänneschen-Kirmes und in der Kölner Philharmonie. Seit 2015 leitet Andreas Biertz den Chor, der aktuell 66 Mitglieder zählt. Gerade zum Kölner Sessionsmotto „Uns Sproch es Heimat“ ein idealer Opener für jede Veranstaltung.

Kölsche Preußen

Nach einer kurzen Begrüßung durch Verbandspräsident Peter Neukirchen und dem Referenten für das Literatenwesen des Verbandes, Jürgen Sender, zog der Spielmannszug der „Kölsche Preußen“ in den Saal ein. Der Spielmannszug wurde 2012 gegründet und bot eine durchaus hörenswerte Leistung. Wer auf der Bühne nicht den Platz für ein großes Korps hat, sollte sich mit dieser Alternative beschäftigen.

Geschwister in der Bütt

Seit 2009 treten Lena und Niklas Milewicz als „Geschwister in der Bütt“ auf. Mit einer Mischung aus Redebeitrag, Musikdarbietung und Tanzeinlage sorgen die beiden Teenager für ordentlich Lacher und Stimmung im Saal. In den rund zehn Jahren ihrer Bühnenpräsenz haben die Beiden jede Menge Preise abgeräumt, darunter auch den „Goldene Kappes Nachwuchspreis“ der Nippeser Bürgerwehr und den „Zentis Kinderkarnevalspreis“ des AKV Aachen. Doch Lena und Niklas sind nicht nur im Karneval aktiv, sondern das ganze Jahr über mit einem musikalischen Programm auf Familienfeiern, Schützen- und Oktoberfesten sowie auf Advents- und Weihnachtsfeiern zu hören und zu sehen.

Die Flöckchen

Aus Bergisch-Gladbach kommen „Lieder & Stimmung in XXL“ mit den Flöckchen. Doch Uwe, Markus und Frank sorgen mit ihrer unpassenden Lautstärke bei ihrem Vortrag auch für schmerzende Ohren! Und damit das nicht falsch verstanden wird: Musikalisch und gesanglich ist das Programm durchaus erträglich. Der Tontechniker sollte sich jedoch mal von einem Hörgeräteakkustiker oder einem Ohrenarzt beraten lassen, denn der gute Mann scheint schwerhörig zu sein! Der Hans-Köster-Saal ist jedenfalls nicht das Kölner Maritim – und die Hälfte der Lautstärke hätte es auch getan. Dann hätte man auch den Vortrag besser verstanden …

2 Hillije

Leise Töne – und damit eine Wohltat für die Ohren – gab es von den „2 Hillije„. Die „zwei eineiige Kusängs“ Bernd und Wolfgang Löhr haben vor Jahren als rein musikalische Darbietung ihren karnevalistischen Werdegang gestartet und ihren Vortrag seit 2015 um ein Zwiegespräch erweitert. Die Lieder der Beiden, vorgetragen als Krätzjer, sind eingängig und laden zum Schunkeln ein. Beim Zwiegespräch muss man irgendwie an die beiden Großmeister des Zwiegesprächs denken, das Colonia Duett … wobei die beiden Löhrs hiervon Lichtjahre entfernt sind! Gut, das Programm ist stimmig und rund. Aber an dem Zwiegespräch müsste man noch etwas arbeiten und vielleicht eine eigene Type entwickeln. An das Colonia Duett kommt ihr auch in 100 Jahren nicht dran. Besonders schön das Lied vom Kastenwagen – ein kölsches Cover eines Songs aus den 70er Jahren (wir verraten aber nicht, welcher Song es ist).

Mit der Band „Palaver“ kamen dann fünf Jungs auf die Bühne, die sich erst seit knapp zweieinhalb Jahren live zeigen – und mit ihren T-Shirts im ersten Moment an die „Dalton-Bande“ aus den „Lucky Luke“-Comics erinnern. Im letzten Jahr konnte die Band mit dem Titel „Loss et rus“ bereits einen ersten Youtube-Hit landen und schafften es beim WDR4 Jeckduell auf das Treppchen. Für die neue Session haben die Jungs ein altes Berliner Traditional, das „Bolle-Lied“ („Aber dennoch hat sich Bolle ganz prächtig amüsiert“), auf den Karneval umgearbeitet und lassen „Pitter“ sich prächtig amüsieren. Für uns etwas einfallslos, aber durch den etwas rockigeren Sound könnte das Lied gerade beim jüngeren Publikum durchaus ein Hit werden.

Gleich zwei Tanzgruppen folgten dem bislang überwiegend musikalischen Programm: Mit dem Tanzcorps der K.G. Rheinflotte und dem Tanzcorps der Karnevalsfreunde Rot-Weiß Bechen präsentierte man zwei Gruppen, die sicherlich nicht zu den Top-Tanzcorps in Köln gehören – für uns unverständlich, denn beide Gruppen zeigte eine erstklassige tänzerisch-akkrobatische Leistung! Alles das, was die „kölschen Tanzgruppen“ ausmacht, wurde geboten. Vielleicht das einzige Manko: Beide Gruppen kommen nicht direkt aus Köln; das Tanzcorps der Rheinflotte ist in Leverkusen beheimatet (auch wenn die „Muttergesellschaft“ aus Köln-Ehrenfeld stammt …) und Bechen ist ein Stadtteil von Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis. Trotzdem sollten sich die Programmgestalter auch mal mit diesen beiden Gruppen beschäftigen – es müssen nicht immer …, … oder … sein!

Josephine Ohly

Mit Josephine Ohly zeigte ein „hessisch Mädche“, dass man auch als gebürtiger „Immi“ die kölsche Sprache erlernen und interpretieren kann. Im Jahr 2010 entdeckte Josephine ihre Liebe zur kölschen Musik. Danach ging es stetig bergauf mit dem Erfolg: 2012 gewann Ohly den „Höhner Talentwettbewerb“, 2014 den ersten Platz bei „Jugend musiziert“. Es folgten Auftritte bei der Sessionseröffnung am 11.11. auf dem Kölner Heumarkt sowie auf verschiedenen Veranstaltungen im Rheinland. Am gestrigen Abend machte allerdings der Sound nicht mit, denn die Musik war auch hier einfach zu laut. In den leiseren Passagen konnte man durchaus die musikalischen Qualitäten der jungen Sängerin erahnen … doch sobald es lauter wurde, war da nichts mehr mit Qualität. Unverständlich dabei, dass selbst Mitglieder des Teams von Josephine Ohly es als „zu laut“ empfanden – aber offenbar nichts dagegen unternehmen wollten oder konnten. Schade.

Pütz & Band

Dass es lautstärketechnisch auch anders geht, zeigten eindrucksvoll „Pütz & Band„: Norbert und Frank Wielpütz, lange Jahre bei der Band „Labbese“ aktiv, haben nach drei Jahren Bühnenabstinenz nun wieder bock auf Musik und Karneval. Unter dem Motto „Back in Jeck“ zeigte die 2-Generationen-Band (die jungen Musiker stammen aus der Rockband von Linus Wielpütz …) eindrucksvoll, dass es wirklich nicht immer so laut sein muss. Mit einem guten Sound, toller Musik und interessanten Texten setzten die sechs Musiker ein erstes echtes musikalisches Highlight an diesem Abend. Und ein Tipp an die Soundbastler der vorhergehenden Bands: Lasst euch mal von dem Tontechniker dieser Band in eure Geräte einweisen! Der junge Mann weiß wirklich, wie das mit dem iPad-Mischpult funktioniert! (Und dafür nochmals ein herzliches Dankeschön an den Tontechniker! Eine Wohltat für die gestressten Ohren!)

Holliewald

Und dann kam Heinz-Rüdiger! Kennen Sie Heinz-Rüdiger? Nein? Das ist ein Fehler! Heinz-Rüdiger ist der Chefkoch vom Hans-Köster-Saal. Und Heinz-Rüdiger musste verkünden, dass es keine Mettbrötchen mehr gibt (die übrigens mehr Mett-Baguette und sehr lecker waren …). Dafür gab Heinz-Rüdiger dann eine Runde Kaffee für alle, in den Saal jongliert von seinem Zwillingsbruder Rudi … okay, selbst auf den zehnten Blick kann man nicht erkennen, dass Heinz-Rüdiger und Rudi Zwillinge sein sollen – aber das sind sie in Wirklichkeit ja auch gar nicht, sondern das Team vom „Holliewald„, einer bunten Truppe von erstklassigen Komikern und Artisten um „Cheffe“ Wolfgang Hüsch. Mit einer tollen Mischung aus Komik, Klamauk, Artistik und – wirklich hervorragendem – Live-Gesang von Heinz-Rüdiger (nein, wir verraten nicht, welches Lied er singt – aber die Stimme sorgt echt für Gänsehaut …) gehört Holliewald eigentlich mindestens bei jeder Gesellschaft im Rheinland einmal pro Session auf die Bühne! Es muss ja nicht auf der Sitzung sein. Beim Fischessen würden die Jungs sicherlich auch die Gäste von den Stühlen reissen!

Mit den beiden Tanzgruppen „Original Matrosen vum Müllemer Böötche“ der K.G. Müllemer Junge und den Zunftmüüs der K.G. Fidele Zunftbrüder, die in der kommenden Session ihr 100-jähriges Bestehen feiern kann, gab es dann einen zweiten tänzerischen Block am gestrigen Abend. Muss man zu diesen bekannten Tanzgruppen noch etwas schreiben? Wir meinen „nein“ und lassen daher bewegte Bilder sprechen:

Pläsier

Weiter im Programm ging es nach dieser hochkarätigen tänzerischen Darbietung mit der Band „Pläsier„. Drei Jungs, drei Mädels, musikalisch vollkommen in Ordnung – nur der Tontechniker sollte mal wieder dringend einen Ohrenarzt aufsuchen. In einem Saal wie dem Hans-Köster-Saal reicht locker die Hälfte der gebotenen Lautstärke. Und „laut“ ist nicht zwingend schön, weil durch die Lautstärke auch viele Frequenzbereiche einfach „kaputt“ gehen. Der gleichen Meinung war übrigens auch Musikproduzent Marc Maibach, den wir im Foyer überraschenderweise trafen: „Ich bin auf der Durchreise. Gestern noch in London, übermorgen in Los Angeles. Und da habe ich mir gedacht, dass ich zwischendurch etwas leichte Unterhaltung brauche. Aber ich wusste gar nicht, dass man den Köster-Saal wie ein RheinEnergieStadion beschallen muss. Oder haben die parallel eine Veranstaltung im Gürzenich, die von hier aus mitbeschallt wird?“, so Maibach. „Ich halte es da wie mein Freund Marc Metzger – Muss et denn immer so laut sein? Jeiht dat hück nit mieh en schön?“

Kolibris

Schon länger in wechselnden Besetzungen auf den Bühnen des Rheinlands unterwegs sind die „Kolibris„. Früher einmal überwiegend zu dritt (und auch mal kurz zu viert) unterwegs sind es nun sechs Vögelchen, die auf der Bühne zwitschern. Und das kann man ruhig wörtlich nehmen, denn die neuen Lieder zeichnen sich durch einen sehr guten mehrstimmigen Gesang aus. Das hat schon Qualität! Besonders gut merkt man das bei der kölschen Version des Robbie Williams Hits „Let me entertain you“. Ein eingängiger Partysound war schon immer das Markenzeichen der Band, dem ist man in den letzten mehr als 25 Jahren treu geblieben! Unverständlich für uns nur, dass man unsere Anmerkung zur Lautstärke auf facebook gelesen und auch geliket hat – aber dann doch nicht umsetzen konnte! Das gibt Abzüge in der B-Note!

Pimock

Die Band „Pimock“ kommt nicht direkt aus Köln. Frontmann Patrick Kafka ist gebürtiger Oberschlesier – und doch durch und durch Karnevalist. Früher einmal Vizemeister im Gardetanz ist Kafka seit drei Jahren die Hauptstimme der Band. Ein rockiger Sound, ein guter Satzgesang; das klingt nicht schlecht. Und auch wenn der erste Song brüllend laut war, merkte hier der Tontechniker schnell, dass da etwas nicht stimmte. Beim zweiten Song stimmte der Sound dann schon, auch wenn man hier noch etwas weniger Druck hätte geben können. Das Lied „Summersilvester“, eine Hymne auf die Kölner Lichter, ist ein eingängiger schöner Song, passend zum Feuerwerks-Event im Sommer. Und auch Musikproduzent Marc Maibach war ganz angetan: „Bei dem Song mit Köln-Colonia – eine tolle Drumline! Aus den Jungs kann mal echt was werden!“, lobte Maibach die Band, bevor er in sein Hotel entschwand.

Zum Finale bot der Karnevalsverband Rhein-Erft, dessen Vorstellabend leider sowohl von den Gästen als auch von den Medien äußerst schlecht besucht war, noch einmal ein echtes Highlight: Mit „The Drummerholics“, der Show-Drumline aus dem Rhein-Erft-Kreis, und ihrem Motto „Karneval on Drums“ ging im Saal – gerade auch wegen der fast noch vollzäglig anwesenden Tanzgruppen – so richtig die Stimmung los! Aber was sollen wir da lange schreiben … Herr Youtube, bitte Video ab:

Fazit: Rednernachwuchs scheint auch im Umland ein Problem zu sein. Und wenn dann der einzige echte Redner des Abends in Berlin auf dem Flughafen nicht wegkommt, weil da wieder einmal Chaos herrscht (Herr Singer, vielleicht solltest Du Verfassungschutzpräsident werden. Der Job ist in Köln!), dann hat man als Veranstalter natürlich ein Problem. Musikalisch gab es zwei, drei gute Nummern am gestrigen Abend. Tänzerisch gab es keine Ausfälle, alle vier Gruppen hervorragend – auch wenn da mal eine Hebung runterkam. Pech. Passiert. JEDER Tanzgruppe! Unsere beiden Highlights des Abends waren Tacheles (wenn auch hier etwas zu laut, aber nicht so schlimm wie die meisten anderen Musiknummern …) und das Team von „Holliewald“ mit ihrer Mischung aus Klamauk, Artistik und Gesang.

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Vorstellabend des Karnevalsverband Rhein-Erft mit tollen Beiträgen

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Sep 232018
 

Am gestrigen Abend lud der Karnevalsverband Rhein-Erft zum jährlichen Vorstellabend in den Hans-Köster-Saal nach Pulheim. Der Regionalverband des Bund Deutscher Karneval, dem 160 Mitgliedsgesellschaften angeschlossen sind, präsentierte gleich 18 Programmpunkte, darunter vier Tanzgruppen und viel Musik. Etwas schmerzlich vermisst wurden weitere gute Redebeiträge – wobei ein Redebeitrag wegen Chaos am Berliner Flughafen gar nicht erst den Weg ins Rheinland schaffte.

Bevor wir auf die einzelnen Programmpunkte näher eingehen, erst einmal eine grundsätzliche Anmerkung gerade im Bezug auf die Musikbeiträge: Wenn selbst der Verbandspräsident des Karnevalsverband Rhein-Erft, Peter Neukirchen, an seinem Platz sich die Finger in die Ohren steckt, heißt das nicht zwingend, dass der Beitrag „driss“ war – sondern einfach nur zu LAUT! Und wenn man dann die Tontechniker mit ihren iPads darauf anspricht und es heißt dann „Daran kann ich nix machen, dass liegt am Saal!“, dann hat der Tontechniker (leider) den Job verfehlt! Auch bei euren iPad-Mischpulten gibt es einen Regler für die Lautstärke – ihr müsst ihn nur nutzen, wie es am gestrigen Abend gleich zwei Tontechniker auch geschafft haben. Und den beiden Jungs haben wir dafür persönlich gedankt …

Fotos: Andreas Klein

Pünktlich um 18:20 Uhr startete das unmoderierte Vorprogramm mit der Band „Tacheles„. Hier darf man nicht zwingend ausschließlich kölsche Töne erwarten – aber das Programm der fünf Musiker dürfte fast jeden Saal im Rheinland von den Stühlen reissen. Neben kölschen Hits gibt es Rock- und Pop-Klassiker, die sowohl musikalisch als auch gesanglich sehr gut vor dem Publikum bestehen können. Gut, auf der Seniorensitzung nicht gerade die richtige Programmnummer – aber auf Mädchensitzungen dürften die Jungs jeden Saal auf Höchsttemperatur bringen und den gerne gebuchten „Big Maggas“ aus der gleichen Agentur („Die KölschAgentur“ von Wolfgang Lutter) den ein oder anderen Job abnehmen.

Chor der „Fründe der Akademie för uns kölsche Sproch“

Eine ganz andere musikalische Richtung schlug dagegen die nächste, erste „ordentliche“ Programmnummer ein: Der Chor der „Fründe vun der Akademie för uns kölsche Sproch e. V.“ brachte den Saal mit altbekannten kölschen Leedcher zum Mitschunkeln und Mitsingen. Der 2008 durch Björn Heuser gegründete Chor veranstaltet jedes Jahr mehrere Mitsingkonzerte, präsentiert sich aber auch bei Konzerten, z. B. in diesem Jahr auf der Hänneschen-Kirmes und in der Kölner Philharmonie. Seit 2015 leitet Andreas Biertz den Chor, der aktuell 66 Mitglieder zählt. Gerade zum Kölner Sessionsmotto „Uns Sproch es Heimat“ ein idealer Opener für jede Veranstaltung.

Kölsche Preußen

Nach einer kurzen Begrüßung durch Verbandspräsident Peter Neukirchen und dem Referenten für das Literatenwesen des Verbandes, Jürgen Sender, zog der Spielmannszug der „Kölsche Preußen“ in den Saal ein. Der Spielmannszug wurde 2012 gegründet und bot eine durchaus hörenswerte Leistung. Wer auf der Bühne nicht den Platz für ein großes Korps hat, sollte sich mit dieser Alternative beschäftigen.

Geschwister in der Bütt

Seit 2009 treten Lena und Niklas Milewicz als „Geschwister in der Bütt“ auf. Mit einer Mischung aus Redebeitrag, Musikdarbietung und Tanzeinlage sorgen die beiden Teenager für ordentlich Lacher und Stimmung im Saal. In den rund zehn Jahren ihrer Bühnenpräsenz haben die Beiden jede Menge Preise abgeräumt, darunter auch den „Goldene Kappes Nachwuchspreis“ der Nippeser Bürgerwehr und den „Zentis Kinderkarnevalspreis“ des AKV Aachen. Doch Lena und Niklas sind nicht nur im Karneval aktiv, sondern das ganze Jahr über mit einem musikalischen Programm auf Familienfeiern, Schützen- und Oktoberfesten sowie auf Advents- und Weihnachtsfeiern zu hören und zu sehen.

Die Flöckchen

Aus Bergisch-Gladbach kommen „Lieder & Stimmung in XXL“ mit den Flöckchen. Doch Uwe, Markus und Frank sorgen mit ihrer unpassenden Lautstärke bei ihrem Vortrag auch für schmerzende Ohren! Und damit das nicht falsch verstanden wird: Musikalisch und gesanglich ist das Programm durchaus erträglich. Der Tontechniker sollte sich jedoch mal von einem Hörgeräteakkustiker oder einem Ohrenarzt beraten lassen, denn der gute Mann scheint schwerhörig zu sein! Der Hans-Köster-Saal ist jedenfalls nicht das Kölner Maritim – und die Hälfte der Lautstärke hätte es auch getan. Dann hätte man auch den Vortrag besser verstanden …

2 Hillije

Leise Töne – und damit eine Wohltat für die Ohren – gab es von den „2 Hillije„. Die „zwei eineiige Kusängs“ Bernd und Wolfgang Löhr haben vor Jahren als rein musikalische Darbietung ihren karnevalistischen Werdegang gestartet und ihren Vortrag seit 2015 um ein Zwiegespräch erweitert. Die Lieder der Beiden, vorgetragen als Krätzjer, sind eingängig und laden zum Schunkeln ein. Beim Zwiegespräch muss man irgendwie an die beiden Großmeister des Zwiegesprächs denken, das Colonia Duett … wobei die beiden Löhrs hiervon Lichtjahre entfernt sind! Gut, das Programm ist stimmig und rund. Aber an dem Zwiegespräch müsste man noch etwas arbeiten und vielleicht eine eigene Type entwickeln. An das Colonia Duett kommt ihr auch in 100 Jahren nicht dran. Besonders schön das Lied vom Kastenwagen – ein kölsches Cover eines Songs aus den 70er Jahren (wir verraten aber nicht, welcher Song es ist).

Mit der Band „Palaver“ kamen dann fünf Jungs auf die Bühne, die sich erst seit knapp zweieinhalb Jahren live zeigen – und mit ihren T-Shirts im ersten Moment an die „Dalton-Bande“ aus den „Lucky Luke“-Comics erinnern. Im letzten Jahr konnte die Band mit dem Titel „Loss et rus“ bereits einen ersten Youtube-Hit landen und schafften es beim WDR4 Jeckduell auf das Treppchen. Für die neue Session haben die Jungs ein altes Berliner Traditional, das „Bolle-Lied“ („Aber dennoch hat sich Bolle ganz prächtig amüsiert“), auf den Karneval umgearbeitet und lassen „Pitter“ sich prächtig amüsieren. Für uns etwas einfallslos, aber durch den etwas rockigeren Sound könnte das Lied gerade beim jüngeren Publikum durchaus ein Hit werden.

Gleich zwei Tanzgruppen folgten dem bislang überwiegend musikalischen Programm: Mit dem Tanzcorps der K.G. Rheinflotte und dem Tanzcorps der Karnevalsfreunde Rot-Weiß Bechen präsentierte man zwei Gruppen, die sicherlich nicht zu den Top-Tanzcorps in Köln gehören – für uns unverständlich, denn beide Gruppen zeigte eine erstklassige tänzerisch-akkrobatische Leistung! Alles das, was die „kölschen Tanzgruppen“ ausmacht, wurde geboten. Vielleicht das einzige Manko: Beide Gruppen kommen nicht direkt aus Köln; das Tanzcorps der Rheinflotte ist in Leverkusen beheimatet (auch wenn die „Muttergesellschaft“ aus Köln-Ehrenfeld stammt …) und Bechen ist ein Stadtteil von Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis. Trotzdem sollten sich die Programmgestalter auch mal mit diesen beiden Gruppen beschäftigen – es müssen nicht immer …, … oder … sein!

Josephine Ohly

Mit Josephine Ohly zeigte ein „hessisch Mädche“, dass man auch als gebürtiger „Immi“ die kölsche Sprache erlernen und interpretieren kann. Im Jahr 2010 entdeckte Josephine ihre Liebe zur kölschen Musik. Danach ging es stetig bergauf mit dem Erfolg: 2012 gewann Ohly den „Höhner Talentwettbewerb“, 2014 den ersten Platz bei „Jugend musiziert“. Es folgten Auftritte bei der Sessionseröffnung am 11.11. auf dem Kölner Heumarkt sowie auf verschiedenen Veranstaltungen im Rheinland. Am gestrigen Abend machte allerdings der Sound nicht mit, denn die Musik war auch hier einfach zu laut. In den leiseren Passagen konnte man durchaus die musikalischen Qualitäten der jungen Sängerin erahnen … doch sobald es lauter wurde, war da nichts mehr mit Qualität. Unverständlich dabei, dass selbst Mitglieder des Teams von Josephine Ohly es als „zu laut“ empfanden – aber offenbar nichts dagegen unternehmen wollten oder konnten. Schade.

Pütz & Band

Dass es lautstärketechnisch auch anders geht, zeigten eindrucksvoll „Pütz & Band„: Norbert und Frank Wielpütz, lange Jahre bei der Band „Labbese“ aktiv, haben nach drei Jahren Bühnenabstinenz nun wieder bock auf Musik und Karneval. Unter dem Motto „Back in Jeck“ zeigte die 2-Generationen-Band (die jungen Musiker stammen aus der Rockband von Linus Wielpütz …) eindrucksvoll, dass es wirklich nicht immer so laut sein muss. Mit einem guten Sound, toller Musik und interessanten Texten setzten die sechs Musiker ein erstes echtes musikalisches Highlight an diesem Abend. Und ein Tipp an die Soundbastler der vorhergehenden Bands: Lasst euch mal von dem Tontechniker dieser Band in eure Geräte einweisen! Der junge Mann weiß wirklich, wie das mit dem iPad-Mischpult funktioniert! (Und dafür nochmals ein herzliches Dankeschön an den Tontechniker! Eine Wohltat für die gestressten Ohren!)

Holliewald

Und dann kam Heinz-Rüdiger! Kennen Sie Heinz-Rüdiger? Nein? Das ist ein Fehler! Heinz-Rüdiger ist der Chefkoch vom Hans-Köster-Saal. Und Heinz-Rüdiger musste verkünden, dass es keine Mettbrötchen mehr gibt (die übrigens mehr Mett-Baguette und sehr lecker waren …). Dafür gab Heinz-Rüdiger dann eine Runde Kaffee für alle, in den Saal jongliert von seinem Zwillingsbruder Rudi … okay, selbst auf den zehnten Blick kann man nicht erkennen, dass Heinz-Rüdiger und Rudi Zwillinge sein sollen – aber das sind sie in Wirklichkeit ja auch gar nicht, sondern das Team vom „Holliewald„, einer bunten Truppe von erstklassigen Komikern und Artisten um „Cheffe“ Wolfgang Hüsch. Mit einer tollen Mischung aus Komik, Klamauk, Artistik und – wirklich hervorragendem – Live-Gesang von Heinz-Rüdiger (nein, wir verraten nicht, welches Lied er singt – aber die Stimme sorgt echt für Gänsehaut …) gehört Holliewald eigentlich mindestens bei jeder Gesellschaft im Rheinland einmal pro Session auf die Bühne! Es muss ja nicht auf der Sitzung sein. Beim Fischessen würden die Jungs sicherlich auch die Gäste von den Stühlen reissen!

Mit den beiden Tanzgruppen „Original Matrosen vum Müllemer Böötche“ der K.G. Müllemer Junge und den Zunftmüüs der K.G. Fidele Zunftbrüder, die in der kommenden Session ihr 100-jähriges Bestehen feiern kann, gab es dann einen zweiten tänzerischen Block am gestrigen Abend. Muss man zu diesen bekannten Tanzgruppen noch etwas schreiben? Wir meinen „nein“ und lassen daher bewegte Bilder sprechen:

Pläsier

Weiter im Programm ging es nach dieser hochkarätigen tänzerischen Darbietung mit der Band „Pläsier„. Drei Jungs, drei Mädels, musikalisch vollkommen in Ordnung – nur der Tontechniker sollte mal wieder dringend einen Ohrenarzt aufsuchen. In einem Saal wie dem Hans-Köster-Saal reicht locker die Hälfte der gebotenen Lautstärke. Und „laut“ ist nicht zwingend schön, weil durch die Lautstärke auch viele Frequenzbereiche einfach „kaputt“ gehen. Der gleichen Meinung war übrigens auch Musikproduzent Marc Maibach, den wir im Foyer überraschenderweise trafen: „Ich bin auf der Durchreise. Gestern noch in London, übermorgen in Los Angeles. Und da habe ich mir gedacht, dass ich zwischendurch etwas leichte Unterhaltung brauche. Aber ich wusste gar nicht, dass man den Köster-Saal wie ein RheinEnergieStadion beschallen muss. Oder haben die parallel eine Veranstaltung im Gürzenich, die von hier aus mitbeschallt wird?“, so Maibach. „Ich halte es da wie mein Freund Marc Metzger – Muss et denn immer so laut sein? Jeiht dat hück nit mieh en schön?“

Kolibris

Schon länger in wechselnden Besetzungen auf den Bühnen des Rheinlands unterwegs sind die „Kolibris„. Früher einmal überwiegend zu dritt (und auch mal kurz zu viert) unterwegs sind es nun sechs Vögelchen, die auf der Bühne zwitschern. Und das kann man ruhig wörtlich nehmen, denn die neuen Lieder zeichnen sich durch einen sehr guten mehrstimmigen Gesang aus. Das hat schon Qualität! Besonders gut merkt man das bei der kölschen Version des Robbie Williams Hits „Let me entertain you“. Ein eingängiger Partysound war schon immer das Markenzeichen der Band, dem ist man in den letzten mehr als 25 Jahren treu geblieben! Unverständlich für uns nur, dass man unsere Anmerkung zur Lautstärke auf facebook gelesen und auch geliket hat – aber dann doch nicht umsetzen konnte! Das gibt Abzüge in der B-Note!

Pimock

Die Band „Pimock“ kommt nicht direkt aus Köln. Frontmann Patrick Kafka ist gebürtiger Oberschlesier – und doch durch und durch Karnevalist. Früher einmal Vizemeister im Gardetanz ist Kafka seit drei Jahren die Hauptstimme der Band. Ein rockiger Sound, ein guter Satzgesang; das klingt nicht schlecht. Und auch wenn der erste Song brüllend laut war, merkte hier der Tontechniker schnell, dass da etwas nicht stimmte. Beim zweiten Song stimmte der Sound dann schon, auch wenn man hier noch etwas weniger Druck hätte geben können. Das Lied „Summersilvester“, eine Hymne auf die Kölner Lichter, ist ein eingängiger schöner Song, passend zum Feuerwerks-Event im Sommer. Und auch Musikproduzent Marc Maibach war ganz angetan: „Bei dem Song mit Köln-Colonia – eine tolle Drumline! Aus den Jungs kann mal echt was werden!“, lobte Maibach die Band, bevor er in sein Hotel entschwand.

Zum Finale bot der Karnevalsverband Rhein-Erft, dessen Vorstellabend leider sowohl von den Gästen als auch von den Medien äußerst schlecht besucht war, noch einmal ein echtes Highlight: Mit „The Drummerholics“, der Show-Drumline aus dem Rhein-Erft-Kreis, und ihrem Motto „Karneval on Drums“ ging im Saal – gerade auch wegen der fast noch vollzäglig anwesenden Tanzgruppen – so richtig die Stimmung los! Aber was sollen wir da lange schreiben … Herr Youtube, bitte Video ab:

Fazit: Rednernachwuchs scheint auch im Umland ein Problem zu sein. Und wenn dann der einzige echte Redner des Abends in Berlin auf dem Flughafen nicht wegkommt, weil da wieder einmal Chaos herrscht (Herr Singer, vielleicht solltest Du Verfassungschutzpräsident werden. Der Job ist in Köln!), dann hat man als Veranstalter natürlich ein Problem. Musikalisch gab es zwei, drei gute Nummern am gestrigen Abend. Tänzerisch gab es keine Ausfälle, alle vier Gruppen hervorragend – auch wenn da mal eine Hebung runterkam. Pech. Passiert. JEDER Tanzgruppe! Unsere beiden Highlights des Abends waren Tacheles (wenn auch hier etwas zu laut, aber nicht so schlimm wie die meisten anderen Musiknummern …) und das Team von „Holliewald“ mit ihrer Mischung aus Klamauk, Artistik und Gesang.

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Der Grundstein ist gelegt: Currywurst-Essen der K.G. Löstige Paulaner soll Tradition werden

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Sep 152018
 

Fotos: Andreas Klein

Am heutigen Samstagnachmittag feierte die K.G. Löstige Paulaner von 1949 e. V. den Start einer neuen Tradition: Auf der Prunk- und Kostümsitzung der Gesellschaft wurde Prinzenführer Rüdiger „Rudi“ Schlott ein Gutschein für ein Currywurst-Essen überreicht. Hintergrund war ein Bericht in einer Kölner Tageszeitung, in der sich Rüdiger Schlott eben genau diesen Pausensnack für die Session gewünscht hatte.

Gemeinsam mit Rüdiger Schlott nahm das komplette Ex-Dreigestirn um Prinz Michael II. (Michael Gerhold), Bauer Christoph (Christoph Stock) und Jungfrau Emma (Erich Ströbel) an der Premierenveranstaltung teil, die bei „Weltmeister Curry Köln“ gegenüber dem Kölner MediaPark stattfand. Und auch der designierte Prinz der Session 2018/2019, Marc Michelske, liess es sich nicht nehmen, auf eine leckere Currywurst mit krossen Pommes und einem kühlen Gaffel Kölsch vorbei zu schauen.

Der Aushilfsdirigent …

Im Rahmen der Veranstaltung, zu der auch Mitglieder der Gesellschaft geladen waren, überraschte das Musikkorps Schwarz-Rot Köln / Cologne Orchestra mit einem „kurzen Ständchen“ von knapp anderthalb Stunden (mit wenigen kurzen Unterbrechungen, damit die Musiker sich stärken konnten) die jecke Truppe an der Currywurstbude. Das Musikkorps wurde auch von den Passanten begeistert aufgenommen und an der nahe gelegenen Fußgängerampel wurde das ein oder andere Tänzchen zu den Klängen der jungen Musiker aufgeführt. Da liess sich sogar „Ex-Jungfrau Emma“ Erich Ströbel kurz dazu verleiten, die Musiker zu dirigieren. Auf Nachfrage erklärte Erich Ströbel aber, dass er kein Musikkorps der Nippeser Bürgerwehr als Dirigent übernehmen möchte.

Wein-Edition „Dreigestirn 2018“

Eine besondere Überraschung erhielten die ehemaligen Tollitäten: Durch einen persönlichen Kontakt mit dem Team der „Weinwoche am Kölner Südstadion“ wurden die Löstige Paulaner auf das Weingut Kölle aus Baden-Württemberg aufmerksam. Auf sehr kurzem Dienstweg wurde eine erstmalige Kooperation mit dem Weingut Kölle vereinbart, welches am heutigen Tage dem Ex-Dreigestirn eine besondere Wein-Edition übergeben konnte: Die Edition „Wein Dreigestirn 2018“ gibt es exakt drei Mal! Und jeder der drei Ex-Tollitäten erhielt heute eine komplette Edition mit „Prinz“, „Bauer“ und „Jungfrau“ von Winzer Heinz Kölle, der sich für die Übergabe extra auf den Weg nach Köln gemacht hatte, überreicht.

Die Kooperation mit dem Weingut Kölle und der K.G. Löstige Paulaner war der erste Schritt einer weitreichenden Zusammenarbeit der Karnevalsgesellschaft mit dem Winzer aus Baden-Württemberg. Wie sagt man in Köln so schön: „Mer dun et jo all nur för Kölle!“ 😉

DSGVO: Abmahnwelle und Sanktionspraxis – Keine Panik!

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Sep 052018
 

Seit die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft ist, herrscht noch immer große Unsicherheit. Viele Unternehmen fürchten sich vor sogenannten „Abmahnanwälten“ und angekündigten Bußgeldern in Höhe von mehreren tausend Euro. Marit Hansen, Landesdatenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, und Christopher Kunke, Rechtsanwalt und Referent für Datenschutz bei der TÜV NORD Akademie, erläutern, ob Unternehmen Angst vor Abmahnungen haben müssen und wie damit umzugehen ist.

Als am 25. Mai 2018 die Frist ablief, um die neue DSGVO im eigenen Unternehmen umzusetzen, herrschte große Verunsicherung – passende Schulungen waren auf Monate im Voraus ausgebucht und das Internet voll von Meldungen, bei der jede etwas anderes zu raten schien. Für zusätzliche Bedenken sorgte außerdem die prognostizierte Abmahnwelle, die Unternehmen angeblich Unsummen kosten sollte. Drei Monate später: Wie berechtigt sind diese Bedenken nach Ablauf der Frist? Müssen sich Betriebe, Vereine und Unternehmen vor „Abmahnanwälten“ und Aufsichtsbehörden fürchten? Oder ist mittlerweile Zeit zum Aufatmen?

Abmahnung – oder doch nicht?

Rechtsanwalt Christopher Kunke, Datenschutz-Referent der TÜV NORD Akademie, schildert einen beispielhaften Fall: Als Herr W. den Briefkasten leert und ein Anwaltsschreiben in den Händen hält, ist er erschrocken und verunsichert. 12.500 Euro fordert der Anwalt eines Mitbewerbers, weil Herr W. angeblich die DSGVO nicht eingehalten habe. Außerdem solle er die beiliegende Unterlassungserklärung unterschreiben, um weitere Konsequenzen zu verhindern. Verunsichert zahlt Herr W. die geforderte Summe und unterschreibt das Dokument – ohne zu wissen, dass er das vielleicht nicht gemusst hätte.
„Sobald man als Unternehmen ein Anwaltsschreiben und eine damit verbundene Abmahnung erhält, gilt es vor allen Dingen Ruhe zu bewahren und nicht überstürzt zu handeln. Ein juristisches Abmahnschreiben ist noch kein Grund in Panik zu verfallen“, sagt Kunke. „Der erste Schritt muss immer sein, den Vorwurf selbst juristisch prüfen zu lassen. Auf gar keinen Fall sollten Betroffene eine Unterlassungserklärung unterschreiben oder gar die geforderte Summe bezahlen“, rät er. Selbst eine kleine Anzahlung von wenigen Euro könne bereits als Anerkennung des Gesamtanspruchs ausgelegt werden. „Und dann ist nicht mehr viel zu retten“, erläutert der Experte.

Bislang keine „Abmahnwelle“

„Obwohl einige Anwälte versuchen im großen Stil Geldzahlungen zu erwirken, ist die befürchtete Abmahnwelle in Deutschland bisher nicht eingetroffen“, ergänzt Marit Hansen, Landesdatenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein. „Das bedeutet allerdings nicht, dass das so bleibt. Die Verantwortlichen sollten darauf achten, die DSGVO zu erfüllen und so erst gar keine Angriffsfläche für Abmahnanwälte zu bieten“, sagt die Landesdatenschutzbeauftragte.

Für Unternehmen bedeutet das erst einmal Aufatmen. Christopher Kunke erklärt: Eine Abmahnung muss zunächst einmal beauftragt werden. Als Beispiel: Ein Kläger gibt seiner Anwältin den Auftrag, ein bestimmtes Unternehmen abzumahnen. Das ist in der Regel ein Mitbewerber des Betroffenen. Im ersten Schritt fordert die Juristin die Zahlung einer Pauschale sowie eine unterschriebene Unterlassungserklärung. Die Pauschale entspricht dem Anwaltshonorar und bleibt damit komplett bei der abmahnenden Juristin. Manche Anwälte erliegen dabei der Versuchung mithilfe eines konstruierten Klienten, beispielsweise durch eine sogenannte „Briefkastenfirma“, zahlreiche Abmahnungen zu verschicken und sich entsprechend hohe Pauschalen zu erwirtschaften. Da es hinter dieser Masche allerdings keinen tatsächlichen Kläger gibt, ist es entsprechend unwahrscheinlich, dass es in diesen Fällen wirklich zu einem Prozess kommt. „Grundsätzlich sind aber auch vor diesem Hintergrund zunächst alle Abmahnschreiben ernst zu nehmen und juristisch zu prüfen“, rät Kunke. Denn ob eine Abmahnung gerechtfertigt sei oder nicht, sei so nicht erkennbar.

Berechtigte Abmahnung – was jetzt?

Wenn sich bei der juristischen Prüfung einer Abmahnung ergibt, dass diese berechtigt ist und tatsächlich ein Verstoß vorliegt, ist der erste Schritt, diesen Verstoß entsprechend zu beheben. Des Weiteren macht es Sinn der abmahnenden Seite zu zeigen, dass man selbst ebenfalls einen Anwalt oder eine Anwältin eingeschaltet hat und weitere Drohschreiben damit sinnlos sind. Anschließend sollte eine eigene Unterlassungserklärung aufgesetzt werden und diese dem Klagenden bzw. dessen Rechtsvertretung zugeschickt werden.

Auch wenn eine Abmahnung bis zu den Aufsichtsbehörden durchdringt oder diese eigenständig auf einen Betrieb aufmerksam werden, müssen die Verantwortlichen keine Angst haben, erläutert Marit Hansen: „Bevor tatsächlich ein Bußgeld gezahlt werden muss, wird zunächst der Sachverhalt ermittelt: Liegt wirklich ein Datenschutzverstoß vor? Dazu gehört auch eine Anhörung des Betriebs durch die verantwortliche Datenschutzaufsichtsbehörde. Oft geschieht dies im schriftlichen Verfahren. Erst wenn in dieser Anhörung ein Verstoß gegen die DSGVO festgestellt wird, trifft die Aufsichtsbehörde angemessene Maßnahmen. Dies kann bedeuten, dass ein Bußgeldbescheid erlassen wird. Gegen diesen Bescheid können Betroffene gerichtlich vorgehen, sofern sie ihn für unberechtigt halten. Andernfalls ist die festgelegte Summe als Bußgeld zu zahlen“, erläutert Hansen das Vorgehen der Aufsichtsbehörden. Auch die Aufsichtsbehörden stellen sich aktuell entsprechend der modifizierten Anforderungen neu auf; bei komplexeren Fällen könne es einige Zeit dauern, bis es zu einer entsprechenden Anhörung komme.

In der Regel agieren Anwältinnen und Anwälte sowie Aufsichtsbehörden übrigens vollkommen unabhängig voneinander. Oftmals ist die zuständige Behörde über die Abmahnung gar nicht informiert.

Insgesamt lässt sich sagen, dass eine Abmahnung kein Grund ist, in Panik zu verfallen. Die Devise lautet: Ruhig bleiben und einen Anwalt oder eine Anwältin einschalten. Allerdings bedeutet das nicht, dass die DSGVO nicht ernst zu nehmen ist. Jede Instanz, die personenbezogene Daten verarbeitet, ist verpflichtet, sich an die europaweiten Vorgaben zu halten. Hilfe erhalten die Betroffenen dabei entweder direkt bei den zuständigen Aufsichtsbehörden oder in passenden Seminaren, wie sie beispielsweise die TÜV NORD Akademie anbietet. Weitere Informationen dazu sind unter www.tuev-nord.de/ds-seminare verfügbar.