Neppeser Naaksühle rocken wieder mal das Veedel

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Nov 062016
 
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Fotos: Andreas Klein

Wer am heutigen Samstagabend durch Nippes fuhr, konnte es auf Höhe des Nippeser Tälchen eigentlich nicht überhören: Die Neppeser Naaksühle feierten auf dem Festplatz im Veedel, der im letzten Jahr noch auf der Kippe stand, ihre Sessionseröffnung „im ganz kleinen Kreis“. Rund 1.800 bunt kostümierte Jecken bevölkerten das Zelt und die Top-Künstler des Kölner Karnevals gaben sich bei der ersten Sitzung der Session die Klinke in die Hand!

Wie es sich für eine anständige Sitzung gehört, zog als erster Programmpunkt eine Korpsgesellschaft auf die Bühne – und da die Neppeser Naaksühle eine enge Freundschaft mit den Altstädter Köln pflegen, eröffnete zum wiederholten Male das grün-rote Traditionskorps den Abend. Mit Wache, Tanzpaar und Regimentsspielmannszug ein staatses Bild. Weiter im Programm ging es mit den Klüngelköpp, die alle Jecken im Zelt vom Stuhl holten. Mit „cat ballou“, den Räuber, den Funky Marys und den Domstürmer ging es rein musikalisch weiter durch den Abend. Und nach zweieinhalb Stunden stehen durften sich die Gäste mal wieder setzen und sich den Tänzen des Tanzcorps der K.G. Sr. Tollität Luftflotte widmen. Dass dieses Tanzcorps zu den Spitzenstars des Kölner Karnevals gehören, bewies man heute wieder einmal eindrucksvoll! Rein musikalisch ging es dann mit Kuhl un de Gäng, den Cöllner, der Micky Brühl Band und Querbeat weiter bis Mitternacht. Und so lange konnten auch die Anwohner im Umkreis des Nippeser Tälchen in bester Qualität die aktuellen Hits des Kölner Karnevals lauschen … und das sogar kostenlos!

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K.G. Der Reiter eröffnet die Session mit einem Uniformappell

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Nov 062016
 
Foto: Andreas Klein

Foto: Andreas Klein

Nachdem die letzte Session relativ früh beendet war, traf sich am Samstagabend die K.G. Der Reiter aus Köln-Hochkirchen (einem Veedel im Kölner Süden) in „Dimi´s Bistro & Ouzeria“ zum Uniformappell – immerhin konnte die Uniform in der langen Zeit im Kleiderschrank ja Schaden genommen haben. Und als Vereinsmitglied muss man ja nach außen hin ein ordentliches Bild abgeben.

Bereits am Nachmittag hatte man an gleicher Stelle für die Kindergruppe eine ähnliche Veranstaltung durchgeführt – und die 15 Pänz erhielten alle den Kinderorden der Gesellschaft überreicht. Für die Erwachsenen stand dann am Abend der Appell auf dem Programm – und die Herren und Damen (ja, die Hochkirchener Reiter haben sogar eine eigene Damengruppe in ihren Reihen) sahen in ihren „Uniformen“ sehr adrett aus.

Im Rahmen des Abends wurde Delf Freitag zum Ehrenpräsidenten der Gesellschaft ernannt. Freitag war einige Jahre Präsident der Gesellschaft und ist weiterhin als Literat bei „seinen Reitern“ aktiv. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Philipp Oebel, der mit seinen großen Repertoire an alten kölschen Krätzchen die anwesenden Jecken begeisterte.

Große Kölner eröffnet die Session mit Gottesdienst und buntem Programm

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Nov 052016
 
Foto: Andreas Klein

Foto: Andreas Klein

Bereits um 18 Uhr trafen sich am Samstagabend die Mitglieder der Große Kölner K.G., einige Tanzgruppen aus dem Kölner Karneval sowie weitere interessierte Gäste zum festlichen Gottesdienst zum Sessionsbeginn in Sankt Aposteln am Neumarkt. Die musikalisch von den Domstädtern und dem Chor „Canta Colonia en Zint Apostele“ gestaltete Messe wurde vom Gesellschaftsgeistlichen Dr. Bernd Lutz zelebriert. Traditionell wird während des Gottesdienstes für eine unfallfreie Session der Tänzerinnen und Tänzer gebetet und die anwesenden Tanzgruppen werden für die kommende Session gesegnet.

Nach der Messe ging es dann in den Marsiliussaal des Kölner Gürzenich zur Sessionseröffnung. Durch eine Verzögerung bei der Messe verzögerte sich auch hier der Ablaufplan etwas nach hinten. Der Tanz- und Musikzug „Domstädter“ eröffnete auch hier den Abend. Anschließend brachte Rupert Schieche als „Giesbert Fleumes“ die Gäste zum Lachen. Die junge Band LUPO sorgte für ein weiteres musikalisches Highlight. Hiernach wurden die neuen Mitglieder der Große Kölner K.G. den anwesenden „Alt-Mitgliedern“ vorgestellt. Comedian Anne Vogd versuchte sich danach auf karnevalistischem Neuland – in Köln ist sie nämlich noch gänzlich unbekannt, aber im Umland (wie man ihrer Website entnehmen kann) bereits gut gebucht. Mit der Band „Pläsier“ ging die Sessionseröffnung am späten Abend zu Ende.

Im Rahmen des Abends wurden Erich Fehn und Erich Höhner mit dem Verdienstorden in Gold des Festkomitee Kölner Karneval ausgezeichnet. Und auch der Orden der Session 2016/2017 (Foto) wurde den Medien präsentiert und an die Mitglieder der Gesellschaft ausgegeben. Für die Damen gab es im Jahr des 135ten Bestehens der Gesellschaft einen schmucken Damenorden, der auch als Brosche getragen werden kann.

Sessionseröffnung der Müllemer Junge im Zeichen des Jubiläums

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Nov 052016
 
Fotos: Andreas Klein

Fotos: Andreas Klein

Im Gürzenich von Mülheim, der Mülheimer Stadthalle, feierte am heutigen Abend die K.G. Müllemer Junge ihre diesjährige Sessionseröffnung, verbunden mit der Vorstellung der aktuellen Sessionstänze ihres Tanzcorps „Original Matrosen vum Müllemer Böötche“. Rund 470 Mitglieder und geladene Gäste waren dem Ruf der Gesellschaft gefolgt und erlebten einen abwechslungsreichen Abend.

Gleich zur Begrüssung sorgte die Schülerband „Die hüpfenden Flöhe“ mit ihren Ukulelen für Stimmung. Ebenfalls bei der Begrüssung wurde Heinz Kläser (85) als letztes lebendes Gründungsmitglied der Gesellschaft auf der Bühne überrascht: Präsident Siegfried Schaarschmidt lud Kläser ein, beim kommenden Rosenmontagszug auf dem Festwagen „Müllemer Böötche“ mitzufahren – was Kläser vorher nie erleben durfte. Kläser war sichtlich gerührt über diese Einladung.

Hiernach zog das Tanzcorps der Gesellschaft in den Saal ein. Dabei zeigte sich, dass das neue Trainerteam Fea Jasmin Dainat und Tatjana Diez, die Truppe gut auf die kommende Session vorbereitet hat. Das Tanzcorps konnte viele neue Tänzerinnen und Tänzer in ihren Reihen begrüssen. Nachdem das Tanzcorps wieder abgezogen war, stellte Präsident Siegfried Schaarschmidt den neuen Sessionsorden und den neuen Imagefilm der Gesellschaft vor. Der Orden basiert auf einer Idee von Siegfried Schaarschmidt, die künstlerische Gestaltung lag zum neunten Mal in den Händen von Marcus Gottschalk. Hergetellt wurde der Orden erstmalig von der Firma Kariboo.

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Nix Matrosen. Flieger!

Anschließend begrüsste man 42 neue aktive Mitglieder, bevor Gerd Rück in seiner Type als „Ne Weltenbummler“ einen seiner wenigen Sessionsauftritte absolvierte. Für ihre 10-jährige Mitgliedschaft wurde Melanie Schumacher geehrt. Den Verdienstorden der K.G. in Silber erhielt Udo Bruynooghe. Den Verdienstorden des Festkomitee Kölner Karneval gab es für Bruno Knapstein, Marcel Keimes und Norbert Beenen.

Nach den Ehrungen zeigte das Männerballett „De Hornys“ der BOKAGE (Bocholter Karnevals-Gesellschaft), dass man es auch im Ruhrgebiet versteht, den Karneval gebührend zu feiern. Die Band „Kölsch Cats“ konnte mit einer besonderen musikalischen Mischung überzeugen – bekannte und neue Lieder in einem Sound, der an die 50er Jahre erinnert. Für die Tänzerinnen und Tänzer, die sich in der Zwischenzeit von ihrem Auftritt erholen konnte, gab es dann Auszeichnungen: Das Treueabzeichen des Bund Deutscher Karneval für den karnevalistischen Tanzsport gab es gleich achtfach, zweimal in Bronze und je dreimal in Silber sowie Gold.

Mit der bekannten Band „cat ballou“ ging die Sessionseröffnung, die gleichzeitig der Start in das 6 * 11 jährige Bestehen der Gesellschaft ist, nach Mitternach zu Ende.

Kölsche Grielächer starten in ihre Jubiläumssession

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Nov 052016
 
Foto: Andreas Klein

Foto: Andreas Klein

An neuer Wirkungsstätte trafen sich am heutigen Abend die Mitglieder und geladenen Gäste, darunter auch Ludwig Sebus, der K.G. Kölsche Grielächer zur Feier des 11.11.: Weil der bisherige Veranstaltungssaal zu klein geworden ist, wechselte man in den Heumarkt-Saal des Maritim Hotel, das Hotel in dem die Gesellschaft auch alle ihre Sitzungen durchführt.

Beim Einlass in den Saal begrüsste Präsdient Rudi Schetzke die Gäste persönlich und überreichte den Herren den Sessionsorden der Session 2016/2017 und den Damen einen Damenorden. Mit etwas Verzögerun startete man dann in das Programm. Nach der Begrüssung durch den Präsidenten und der Aufforderung an die Mitglieder, die Gesellschaftsmützen aufzusetzen, sorgte Dr. Jens Singer als „Dä Schofför d´r Kanzlerin“ für erste Lacher in der noch sehr frühen Session. Anschließend durften sich die Mitglieder und Gäste an dem reichhaltigen Büffet, welches die Küchencrew des Maritim im Foyer aufgebaut hatte, stärken.

Nach dem Essen standen die Aufnahme von vier neuen Grielächer-Mitgliedern und einem neuen Senator auf dem Programm. Des weiteren gab es zahlreiche Ehrungen für verdiente Mitglieder der Grielächer-Familie. Vorgestellt und ins Amt eingeführt wurde auch die neue Marketenderin der Gesellschaft, Anna Hergarten, die Schwester von Vizepräsident Marcel Hergarten. Zum ersten 1. Fördermitglied der Gesellschaft wurde in diesem Rahmen Hans Jörg Westhenhof, Präsident von Fußball-Drittligist Fortuna Köln, ernannt.

Mit klingendem Spiel zog danach Kölns buntester Musikzug, die Fidele Kölsche, in den Saal ein. Hiernach begeisterte Marita Köllner, die Sessionspremiere feierte, die Jecken im Saal – und liess die Bühne Bühne sein. Im Saal unter den ganzen Jecken ist es doch viel schöner! Mit den Filue endete am späten Abend der Start in die Jubiläumssession der Kölsche Grielächer, die in 2017 ihr 90-jähriges Bestehen feiern.

Lachende Kölnarena nur für Kinder feiert 2017 Premiere

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Nov 042016
 
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Grafik: Veranstalter

Mit der Lachenden PÄNZ arena erweitert die Konzert- und Gastspieldirektion Otto Hofner GmbH, Köln in diesem Jahr ihre beliebte Veranstaltungsreihe erstmals um ein Konzept nur für Kinder und Jugendliche. Die Veranstaltung soll auch als Plattform dienen, um den karnevalistischen Nachwuchs zu fördern. Der Kartenvorverkauf startet am 08. November 2016.

Die „Lachende Kölnarena“ ist bereits seit Jahrzehnten etabliert und fester Programmpunkt des Kölner Karnevals. Passend zum Sessionsmotto 2017 „Wenn mer uns Pänz sinn, sin mer vun de Söck“ kommt mit der Lachenden PÄNZ arena in dieser Session erstmal eine Veranstaltung nur für Kinder.

Angelehnt an die große Schwester bietet die Lachende PÄNZ arena drei Stunden Kinderkarneval mit dem Kölner Kinderdreigestirn, Kindertanzgruppen, Büttenrednern und etablierten Kölner Bands wie Querbeat, Fiasko und Pläsier. Mit dabei sind außerdem die Geschwister in der Bütt, Tino Selbach, Clown Pippa Pelino, Wahner Wibbelstetze, der Kinderchor Kantorei Spatzen unter der Leitung von Veronika Metzger und das Karnevalsmaskottchen Jecko sowie Sharky und Hennes, die Maskottchen der Kölner Haie und des 1. FC Köln. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet durch die Band Spökes. Moderation: Dorothee Schmitz (Bärenbude, KiRaKa) und Co-Moderation Ben Wertz.

„Wir freuen uns sehr über dieses neue Format“, betont Markus Ritterbach, Präsident des Festkomitee Kölner Karneval. „Es bietet nämlich eine einmalige Plattform für die traditionellen Kindertanzgruppen und -chors unserer Karnevalsgesellschaften, die im Karneval immer seltener Platz finden.“

Die Veranstaltung findet am 15. Januar 2017 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr statt und richtet sich an Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Der Eintrittspreis liegt bei 19 Euro inklusive aller Gebühren.

„Eine Veranstaltung dieser Art orientiert sich nur an den Bedürfnissen der Kinder. Wir bieten ein kindgerechtes Karnevalsprogramm und fördern gleichzeitig die Nachwuchstalente auf der Bühne“, erklärt Veranstalter Eberhard Bauer-Hofner, der auch die „Lachende Kölnarena“ ausrichtet. „So ein Event war längst überfällig und dafür haben wir noch einige Highlights im Programm“.

Sind Kostümpartys von Karnevalsvereinen steuerbegünstigtes Brauchtum?

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Nov 042016
 

Am 30. November 2016 findet vor dem Bundesfinanzhof in München eine, gerade für Karnevalisten wichtige, Berufungsverhandlung statt: Unter dem Aktenzeichen V R 48/15 wird um 14:00 Uhr über ein Urteil aus dem Jahr 2015 verhandelt, in dem es darum geht, ob Kostümpartys in der Karnevalswoche, welche von einem Karnevalsverein veranstaltet wird, als steuerbegünstigtes Brauchtum im Sinne des satzungsgemäßen Zwecks des gemeinnützigen Vereins anzusehen sind.

Um was genau geht es?

Unter dem Aktenzeichen 10 K 3553/13 verhandelte das Finanzgericht Köln einen Rechtsstreit zwischen einer Karnevalsgesellschaft aus dem Raum Köln und dem für den Verein zuständigen Finanzamt. Der gemeinnützige Karnevalsverein veranstaltete seit 1978 jährlich am Karnevalssamstag eine Kostümparty, zu der im Streitjahr nach Angaben des Verein 1.200 Gäste kamen.

Im Rahmen der Bearbeitung der Steuererklärungen 2009 teilte das Finanzamt dem Verein mit Schreiben vom 19.05.2011 und 01.07.2011 mit, dass die Kostümparty aus seiner Sicht eine dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnende Veranstaltung sei und die daraus erzielten Einkünfte bzw. Umsätze der Körperschaftsteuer sowie der Umsatzsteuer zum Regelsteuersatz unterlägen. Der Kläger reichte daraufhin entsprechend der Aufforderung des Beklagten geänderte Steuererklärungen ein, auf deren Grundlage nachfolgend die mit der vorliegenden Klage angegriffenen Bescheide über Körperschaftsteuer 2009 und Umsatzsteuer für 2009 vom 01.02.2012 ergingen.

Mit Schreiben vom 22.02.2012 legte der Kläger jeweils Einspruch gegen die vorgenannten Bescheide ein und begehrte die Zuordnung der Veranstaltung zum steuerbegünstigten Zweckbetrieb des Vereins. Am 29.10.2012 richtete der Kläger ferner eine Petition an den Landtag NRW, mit welcher er seinen Fall vortrug. Das Finanzministerium des Landes NRW nahm hierzu mit Schreiben vom 02.01.2013 Stellung und vertrat die Auffassung, dass bei der Veranstaltung nach den vom Kläger eingereichten Unterlagen und dem von ihm geschilderten Ablauf eindeutig Musik und Tanz im Vordergrund stünden und der Veranstaltung das Gepräge gäben, wohingegen die übrigen Darbietungen nur der Auflockerung dienten. Es handele sich inhaltlich daher um eine dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnende Kostümparty und nicht um die im Bereich des Zweckbetriebs anzusiedelnde Pflege traditionellen Brauchtums. Mit Beschluss vom 04.06.2013 lehnte der Petitionsausschuss des Landtags NRW das Petitionsbegehren des Klägers ab und übersandte dem Kläger eine Kopie der vorgenannten Stellungnahme.

Nach weitergehender Begründung der Einsprüche mit Schreiben des Vereins vom 28.06.2013 wies das Finanzamt diese sodann mit verbundener Einspruchsentscheidung vom 24.10.2013 als unbegründet zurück. Zur Begründung wiederholte das Finanzamt im Wesentlichen die Ausführungen des Finanzministeriums des Landes NRW in dessen Stellungnahme vom 02.01.2013 und nahm vollumfänglich auf diese Bezug.

Mit seiner hiergegen am 27.11.2013 erhobenen Klage macht der Karnevalsverein (Kläger) geltend, entgegen der Auffassung des Finanzamtes (Beklagte) sei die Veranstaltung dem Bereich des steuerbegünstigten Zweckbetriebs zuzuordnen. Zur Begründung bezieht er sich auf die Verfügung der OFD Frankfurt am Main vom 07.08.1991 (S-0184 A – 9 – St II 12) sowie ein Schreiben der OFD Rheinland vom 13.01.2006 und die darin zur Abgrenzung zwischen steuerpflichtigem wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb und steuerbegünstigtem Zweckbetrieb bei Veranstaltungen von Karnevalsvereinen von der Finanzverwaltung aufgestellten Kriterien.

Danach sei zwischen Karnevalssitzungen, geselligen Veranstaltungen und gemischten Veranstaltungen wie folgt zu unterscheiden:

• Bei Karnevalssitzungen handele es sich um Zweckbetriebe, wenn das traditionelle Brauchtum inhaltlich im Vordergrund stehe. Dies sei der Fall, wenn die Veranstaltung durch Darbietungen karnevalistischer Art geprägt sei.

• Davon abzugrenzen seien Veranstaltungen, bei denen nicht die Pflege des traditionellen Brauchtums, sondern die „allgemeine Belustigung oder Unterhaltung“ der Zuschauer oder die „Pflege der Geselligkeit“ im Vordergrund stehe. Dies solle bei reinen Musik- und Tanzveranstaltungen sowie Masken- oder Kostümbällen der Fall sein. Derartige Veranstaltungen seien dem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzuordnen.

• Bei gemischten Veranstaltungen, die als Bestandteile sowohl Darbietungen karnevalistischer Art als auch Teile der allgemeinen Belustigung oder Unterhaltung oder der Pflege der Geselligkeit beinhalteten, solle es nach Ansicht der Finanzverwaltung für die steuerliche Qualifikation als Zweckbetrieb oder steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb darauf ankommen, welche Veranstaltungselemente der Veranstaltung das Gepräge geben. Maßgeblich sei danach, ob die Veranstaltung überwiegend den Charakter einer Karnevalssitzung oder aber einer Tanzveranstaltung habe.

Bei der streitgegenständlichen Veranstaltung kann man sich über die Einordnung eigentlich nicht streiten (was man aber trotzdem macht): Von den 420 Minuten Gesamtdauer der Veranstaltung listet ein im Urteil des Finanzgericht Köln veröffentlichter Ablaufplan rund 265 Minuten karnevalistisches Programm (Guggemusik, Tanzgruppe, Karnevalsband, Dreigestirnaufzug und Schlagersänger) auf. Dem gegenüber ständen 155 Minuten „Musik aus der Konserve“ und damit verbunden die Möglichkeit zum Tanz für die Gäste.

Trotzdem bleibt das im Urteil des Finanzgericht Köln unterlegene Finanzamt bei seiner Auffassung und zieht vor den Bundesfinanzhof. Und das Verfahren am 30. November wird landesweit mit Spannung erwartet: Denn sollte der Bundesfinanzhof dem Finanzamt Recht geben, so stehen landesweit alle Karnevalspartys im Schussfeld der Finanzämter – denn es macht ja für die Finanzverwaltung einen großen Unterschied, ob man eine Körperschaftssteuer für die Veranstaltung ansetzen darf oder nicht. Und auch die Frage der Umsatzsteuer (ermäßigter Satz mit 7 % oder voller Satz mit 19 %) ist nicht ohne. Im fraglichen Fall geht es, wie die Kölnische Rundschau bereits im Jahr 2013 berichtete, um 30.000 € – für einen kleineren Verein kann dies sehr schnell zu erheblichen finanziellen Problemen führen.

So darf man also gespannt sein, wie Deutschlands höchste Finanzrichter den Streit zwischen dem Karnevalsverein und dem zuständigen Finanzamt entscheiden werden. Am 30. November werden hierfür die Weichen in München gestellt.