Mai 062016
 
Karlspreis 2016

Karlspreis 2016©Stadt Aachen/Heike Lachmann

Über 700 Menschen verfolgen im Aachener Krönungssaal die Übertragung der Verleihungszeremonie aus Rom -Karlspreisverleihung an Seine Heiligkeit Papst Franziskus

Die Stühle im Aachener Krönungssaal waren heute (06.05.2016), am Tag der Verleihung des Internationalen Karlspreises an Seine Heiligkeit Papst Franziskus alle besetzte. Obwohl die eigentliche Verleihungszeremonie in Rom stattfand, hatten sich viele Aachenerinnen und Aachener sowie Gäste von Auswärts nicht die Gelegenheit nehmen lassen, im Krönungssaal des Rathauses, dort wo üblicherweise am Himmelfahrtstag der Karlspreis verliehen wird, der Zeremonie beizuwohnen. Wenn auch nur via Bildschirm und Fernseher, so war es doch für die meisten Anwesenden ein ganz besonderes Gefühl „dabei“ zu sein.

Im Aachener Krönungssaal hatte die Festveranstaltung schon um 11 Uhr begonnen. Hier wie dort gab es eine musikalische Einstimmung. War es in Rom gegen 12 Uhr der Aachener Domchor unter der Leitung von Berthold Botzet, gab es in Aachen schon eine Stunde früher mit den Musikern Reinald Noisten und Shanmugalingam Devakuruparan vom Klezmer-Weltmusikensemble Noisten ein Potpourri mit musikalischen Strömungen aus den großen Weltreligionen. Danach folgte eine kurze multireligiöse Friedensfeier des „Dialog der Religionen“ unter der Moderation von Heidemarie Ernst, der Aachener Integrationsbeauftragten. Ernst: „Vor über 10 Jahren haben wir uns hier in Aachen zusammen

Karlspreis 2016

Karlspreis 2016©Stadt Aachen/Heike Lachmann

gefunden, um in Toleranz, mit Verbundenheit und Respekt miteinander umzugehen. Wir, das sind die sieben großen Weltreligionen, die in Aachen zu Hause sind und Religions for Peace.“ Von den einzelnen Religionsvertreterinnen und –vertretern wurden dann Texte aus den Heiligen Schriften und mahnende wie auch inspirierende Worte vorgetragen. Dazu wurden jeweils Klangschalen angestoßen. „Lassen wir unseren Einklang aus Aachen bis nach Rom erklingen!“, so die begleitenden Worte von Heidemarie Ernst.

Durch das Programm von Karlspreis Live im Krönungssaal und zu den Bildern aus Rom führte Pfarrer Christoph Stender, Leiter des Mentorates für Lehramtsstudierende der Katholischen Theologie an der RWTH Aachen. Auch Pfarrer Stender hatte mahnende Worte: „Lasst uns stets suchen nach dem, was in Europa noch gesucht wird – nach dem Einklang. Der Dialog hat in Aachen Gesichter, die Garantie für den Dialog.“ Und weiter: „Sind wir doch ein Stück weit stolz darauf, dass wir in Aachen einen Preis zu vergeben haben, der in ganz Europa angenommen wird!“
Ganz besonders beeindruckend waren die Reaktion, das Raunen und der Applaus im Krönungssaal, als Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp bei seiner Begrüßungsrede in der Sala Regia des Apostolischen Palastes in Rom sagte. „Und bitte erlauben Sie mir, einen besonderen Gruß an diejenigen zu richten, die jetzt im Aachener Krönungssaal die Übertragung verfolgen: Heute besteht ein enges Band zwischen der Kaiserpfalz Karls des Großen und dem Vatikan. Ich freue mich, dass Sie auf diese Weise teilhaben an einer für uns alle außergewöhnlichen Karlspreisverleihung.“
Nach der Veranstaltung im Krönungssaal waren von allen Seiten Worte wie „beeindruckend“, „faszinierend“ und „einfach großartig“ zu hören. Ein ganz besonderer Dank ging dann abschließend auch an Ute Pennartz und Elke Wienen vom Veranstaltungsmanagement der Stadt Aachen, die für die Organisation der Veranstaltung im Krönungssaal und im Foyer des Rathauses verantwortlich zeichneten. Nach der Übertragung der Preisverleihung gab es in der Eingangshalle des Rathauses noch die Möglichkeit zum Gesprächsaustausch über diese außergewöhnliche Karlspreisverleihung, mit den Vertreterinnen und Vertretern des Dialoges der Religionen, mit den Musikern und Moderator Christoph Stender.
Karlspreis 2016

Karlspreis 2016©Stadt Aachen/Heike Lachmann

Auf Einladung von EUROPE DIRECT, die umfangreiches Informationsmaterial und ein unterhaltsames Europa-Quiz anboten, gab es auch die erste Station der so genannten „reisenden Europa- Skulptur“, das „Steinerne Buch“ der Künstlerin Suna T. O. P. zu sehen. Dieses auf ein Jahr angelegte Projekt will Menschen aus unterschiedlichen Religionen, Lebenslagen und Kulturen eine Botschaft zu den Themen Europa und Glaube senden.

Vor dem Rathaus hatte sich eine Mahnwache formiert: „Ihr werdet als Problem behandelt“, war auf einem Banner zu lesen, „und seid in Wirklichkeit ein Geschenk.“ Mit einer kleinen Aktion sollte die Bitte um Aufnahme der Flüchtlinge unterstrichen werden. Junge Menschen, meist Flüchtlinge, haben in den letzten Tagen ein Boot gebaut, dass sie auf ihren Händen vor dem Rathaus fahren lassen wollten, symbolisch so die Notleidenden auf Händen tragend. Eine Aktion des „Offenen Ateliers“ der Barockfabrik – Zentrum für Kinder- und Jugendkultur.


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