Konzertfotografie – Erfahrungen und Tipps

 

Viel zu wenig Licht, zu wenig Zeit und die Gratwanderung zwischen bezahlbarer Technik und guten Fotos 🙂

Die Konzertfotografie ist für mich immer wieder eine Herausforderung. Ich habe zwar schon einige Konzerte fotografiert, zähle mich persönlich aber noch zu den Anfängern. Möchte hier einfach mal meine Erfahrungen für die Leute zugängig machen, die auch an diese Art der Fotografie Spaß haben.

Der erste Weg in ein Konzert führt zuerst mal zu dem Veranstalter. Um ein Event mit einer SR-Kamera fotografieren zu dürfen ist meistens eine Akkreditierung nötig. Genau hier fängt die Arbeit schon an – wer ist der Veranstalter ? Sehr oft ist auf den Werbeplakaten der Veranstalter nicht genannt. In diesem Fall schreibe ich den Veranstaltungsort an und bitte um den Namen des Veranstalters mit dem Hinweis auf eine Akkreditierung.

Hat bisher immer geklappt 🙂

So – jetzt hat man einen Namen und ‚Watt nu’ ????

Ist man reiner Amateur, fragt man einfach an, ob es möglich wäre, Fotos zu machen mit dem Hinweis, man würde den Eintritt bezahlen und eine Kopie der Fotos werde dem Veranstalter zur Verfügung gestellt.

Hat man eine eigene Webseite und betreibt das Ganze etwas intensiver, geht man anders vor. Viele Veranstalter möchten gerne einen Link vom Konzert-Vorbericht (Konzert-Werbung) und die nachweisbare monatliche Besucherzahl der Webseite. Eine kleine Fotogalerie mit eigenen Fotos ist auch teilweise hilfreich, damit man etwas zum Vorzeigen hat (…aber bitte nicht vom Geburtstag der Oma).

Es hat absolut keinen Sinn, sich irgendwo einen Presseausweis zu kaufen – die Veranstalter kennen die Originale und man muss trotzdem den Vorbericht und die Besucherzahl vorweisen.

Ich habe festgestellt, dass es vollkommen normal ist, wenn eine Anfrage nicht beantwortet wird 🙁

Bei größeren Events gehen die Fotografen der schreibenden Zunft vor und man hat kaum eine Chance auf eine Zusage. Das Wort ‚branchenfremd’ ist mir auch schon mehrmals begegnet…..

Also….die erste Hürde wäre also erledigt – jetzt kommt die Frage: was nimmt man alles an Ausrüstung mit ? Da bei Konzerten wenig bis ganz wenig Licht ist und man sehr oft nur bei den ersten drei Liedern fotografieren darf – OHNE BLITZ !!! – hat man 2 Probleme – keine Zeit und kein Licht.

Lichttechnisch wird fast alles über die Objektive erledigt. Lichtstarke Objektive sind ein Muss. Blenden von 1.8 oder 2.8, egal ob Festbrennweite oder leichtes Tele (bis ~135 mm) sollten man schon in der Tasche haben. Trotzdem sollte die Kamera in der Lage sein, ISO 1600 einiger Massen rauscharm abzubilden, damit man noch eine vernünftige Zeit von 1/125 einstellen kann und die Fotos bei einem ‚Tanzbärchen’ auf der Bühne noch scharf genug sind.

TIPP:

Blaues oder grünes Licht führt nicht so schnell zu Überbelichtung, aber das in dieser Hinsicht schwierige rote Licht lässt menschliche Haut zarter erscheinen und wirkt dynamischer, aggressiver. Grünes Licht lässt im Gegensatz die Haut eher krank erscheinen.

Fotografiert wird im RAW-Modus und bei schwierigen Verhältnissen mindestens eine Blende unterbelichtet. So sind die Verschlusszeiten kürzer und bei der RAW-Konvertierung kann von einem unterbelichteten Foto meist mehr „gerettet“ werden als bei einem überbelichteten.

“Die ersten drei Songs” lautet die übliche Vorgabe für die Fotografen. Das sind ca. 10-15 Minuten. Sehr wenig Zeit, also…draufhalten und Serienbilder machen….aber ….Was, wie und Wen ?

Da die meisten Gitarristen Rechtshänder sind, ist es besser, links vom Gitarristen zu stehen, damit die Gitarre nicht von hinten zu sehen ist. Ein Mikrofon vor dem Gesicht ist auch nicht das Wahre und wer zum Teufel ist der/die Frontmann/frau ?

Solche Fragen sollte man im Vorfeld schon abgeklärt haben – Musikmagazine, Promo-Videos ect. sind da z.B. sehr hilfreich.

Man sollte gut vorbereitet zu einem Konzert gehen, dann klappt es auch mit den Fotos 🙂