Zur Unterstützung des Veedelskarnevals: Festkomitee Kölner Karneval bringt Kalender heraus

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Sep 122018
 

Foto: Festkomitee Kölner Karneval

Für das Jahr 2019 bringt das Festkomitee Kölner Karneval in Zusammenarbeit mit dem BKB Verlag den Jahreskalender „Karneval in Köln 2019 – Bilder von der Seele des kölschen Fastelovends” heraus. Anlass ist die Unterstützung des Veedelskarnevals.

In Köln gibt es über 55 verschiedene Karnevalszüge – quer durch alle Veedel. Damit diese einzigartige Vielfalt noch lange erhalten bleibt, werden fünf Euro vom Verkaufspreis eines jeden Kalenders gespendet. Denn oft scheitern Projekte schon an kleineren Summen, die den Organisatoren fehlen. Das Festkomitee Kölner Karneval möchte damit kleine Vereine und Gesellschaften unterstützen, die mit viel Engagement jedes Jahr den Fastelovend in den Veedeln mit Leben füllen.

Der Monatskalender mit insgesamt 14 hochwertig gestalteten Blättern und einer Größe von 45 x 33 cm ist ab sofort im Kölner Buchhandel erhältlich. Der Kaufpreis beträgt 19,95 Euro.

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Erstmals seit 1955: Das designierte Kölner Dreigestirn stammt aus drei unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften

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Sep 062018
 

Fotos: Andreas Klein

Das Festkomitee Kölner Karneval wird in der Session 2019 eine alte Tradition neu beleben: Erstmals seit 1955 kommt das designierte Dreigestirn nicht aus einer, sondern aus drei unterschiedlichen Karnevalsgesellschaften. Der designierte Prinz Marc I. (Marc Michelske) hat seine karnevalistische Heimat bei der KG Schlenderhaner Lumpe e.V. von 1963. Der designierte Bauer Markus (Meyer) ist Präsident der Großen Allgemeinen KG von 1900 Köln e.V., während die designierte Jungfrau Catharina (Michael Everwand) die Farben der Lesegesellschaft zu Köln von 1872 vertreten soll. „Die drei Freunde haben sich als Team beworben und stammen aus unterschiedlichen Heimatgesellschaften mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen”, so Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. „Sie werden das Sessionsmotto ‚Uns Sproch es Heimat’ auf ganz eigene Weise mit Leben füllen.”

Marc Michelske, designierter Prinz Karneval 2019

Denn die drei sprechen genau die Sprache, die Hunderttausende von Kölnern jeden Tag sprechen: Kölsch – mit Knubbeln. „Während ich in der Kölner Südstadt aufgewachsen bin“, schmunzelt der designierte Prinz Marc I., „stammen der designierte Bauer Markus aus dem Kölner Vorort Eifel und die designierte Jungfrau aus Köln-Solingen.” Alle drei sind aber seit Jahrzehnten im Kölner Karneval aktiv und sind daher auch sicher, auf der Bühne den richtigen Ton zu treffen. „Das Thema Sprache wird auf jeden Fall eine große Rolle spielen und natürlich werden wir kölsch singen”, so der designierte Prinz.

Der 34-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder. Beruflich ist Marc Michelske als Rechtsanwalt tätig und dabei vor allem auf Verkehrsrecht spezialisiert. Der Karneval wurde ihm in die Wiege gelegt. Seine Ururgroßeltern waren Gründungsmitglieder der Lesegesellschaft von 1872, sowohl sein Großvater als auch sein Vater waren bzw. sind Präsidenten der „Lese”. Auch Marc ist dort Mitglied, sieht seine karnevalistische Heimat aber eher bei den Schlenderhaner Lumpe. Dort ist er nicht nur seit 2011 Mitglied und inzwischen Vizepräsident und Sitzungsleiter, sondern nutzt auch jede Gelegenheit, um am Training der Tanzgruppe teilzunehmen, um fit zu bleiben.

Markus Meyer, designierter Kölner Bauer 2019

Markus Meyer, designierter Bauer im Kölner Dreigestirn 2019, stammt ursprünglich aus Mechernich-Lückerath und arbeitet als Vermögensberater. Neben dem Karneval – Markus ist seit Anfang des Jahres Präsident der Großen Allgemeinen von 1900 – gilt seine Aufmerksamkeit Frau und Kind sowie dem Reitsport und dem Saxofonspielen.

Michael Everwand, designierte Kölner Jungfrau 2019

Auch die designierte Jungfrau Catharina ist in festen Händen und hat drei Kinder. Nach dem Studium stieg Michael Everwand in das Familienunternehmen Everwand & Fell (Spezialisten für Schweiß- und Druckgastechnik) ein, das er seit 1996 als Geschäftsführer leitet. Im Karneval ist Michael bei der Großen Allgemeinen – zunächst als 2. Vorsitzender, seit 2018 als Geschäftsführer – und bei der Lesegesellschaft zu Köln engagiert.

„Das jecke Trio wird uns in der kommenden Session mit seinem Witz und seiner liebenswerten Art begeistern”, freut sich Christoph Kuckelkorn schon jetzt auf die Auftritte des designierten Kölner Dreigestirns. „Denn darum geht es uns bei der Auswahl: Die Menschen, die Prinz, Bauer und Jungfrau in der Session verkörpern, müssen diese Rolle möglichst gut ausfüllen – egal, ob sie aus einer gemeinsamen oder drei unterschiedlichen Gesellschaften kommen. Und da bin ich mir bei Marc, Markus und Michael absolut sicher.”

(Quelle: Pressemitteilung des Festkomitee Kölner Karneval)

Erweiterungsbau Sachsenturm: Die Jury hat entschieden!

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Sep 012018
 

Am Dienstag, den 29. Mai 2018 fand im Sachsenturm, dem Blaue Funken Turm, eine entscheidende Sitzung für den weiteren Weg zur Erweiterung des Turmes statt. Michael Müller als Vizepräsident des Gemeinnützigen Bauvereins Sachsenturm e.V. konnte die vollständige Jury und weitere Expertinnen und Experten aus Ämtern der Stadt Köln zur zweiten Sitzung im Rahmen des GUTACHTERVERFAHRENS SACHSENTURM KÖLN begrüßen. Die Sitzung diente dazu, für die kleine aber höchst anspruchsvolle Aufgabe das beste Konzept aus den vier verbliebenen Arbeiten zu finden. Unter Vorsitz von Prof. Jörg Aldinger aus Stuttgart wurden die Arbeiten der Architekturbüros

• Anderhalten Architekten, Berlin
• Max Dudler Architekten, Berlin/Frankfurt
• Kadawittfeldarchitektur, Aachen
• Peter Böhm Architekten, Köln

intensiv diskutiert und in sorgfältiger Abwägung beurteilt. Dabei waren Kriterien wie der Umgang mit dem Denkmal, die Gestaltung, die Funktionalität, die Ökologie, die Nachhaltigkeit und das Gesamtergebnis einer tragfähigen Idee wesentliche Bewertungsgrundlage.

Das Büro Anderhalten Architekten, Berlin erhielt das Votum der Jury für den ersten Rang. Alle eingereichten Arbeiten waren von außerordentlicher gestalterischer Qualität, sodass die Jury einmütig entschied, keine weitere Rangfolge unter den anderen Arbeiten zu vergeben.

Der Siegerentwurf des Teams Anderhalten Architekten, Berlin: Entwurf betrachtet vom Sachsenring

 

Der Siegerentwurf des Teams Anderhalten Architekten, Berlin: Entwurf betrachtet vom Kartäuserwall

Der Siegerentwurf überzeugte mit einem gut nutzbaren Raumkonzept und mit einer durchdachten Anordnung der Funktionen. Die Verbindung von Neu- und Altbau wurde sowohl funktional als auch gestalterisch als gelungen bewertet. Der Erweiterungsbau wird durch seine volumetrische Ausbildung als Ergänzung der Stadtmauer interpretiert. Mit der Wahl der Materialien wird behutsam auf den historischen Bestand eingegangen und zugleich ein modernes zeitgemäßes Erscheinungsbild abgegeben.

Der Gemeinnützige Bauverein Sachsenturm e.V. hat sich zur weiteren Zusammenarbeit mit dem Büro Anderhalten Architekten entschieden. Die weitere Bearbeitung durch das Architekturbüro ist beauftragt.

Die nächsten Schritte der Bearbeitung erfolgen in enger Abstimmung mit der Stadt Köln.

(Quelle: Pressemitteilung der Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V. / Fotos: Anderhalten Architekten, Berlin)

EXKLUSIV: Der lange Tod einer traditionsreichen K.G. – die K.G. „Kölsche Boor“ hat Insolvenz angemeldet!

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Aug 282018
 

Sitzung der K.G. Kölsche Boor im Januar 2005 im Ostermann-Saal der Sartory-Betriebe
Foto: Archiv/Andreas Klein

Es war ein langer, schmerzhafter „Tod“ einer traditionsreichen Kölner Karnevalsgesellschaft: Am gestrigen Montag hat der Rest-Vorstand der K.G. Sr. Deftigkeit Kölsche Boor von 1951 die Insolvenz der Gesellschaft beim Amtsgericht Köln beantragt. Mit diesem Schritt findet die 67-jährige Schaffenszeit der einzigen Festkomitee-Gesellschaft aus Köln-Weidenpesch ein jähes Ende!

Doch das Ende war von einem langen Kampf gegen eben genau dieses Ende geprägt: Spätestens seit der Session 2003/2004 war die Sitzung der Gesellschaft im Ostermann-Saal der Sartory-Betriebe nicht mehr ausverkauft. Mehr noch: Der Saal war halbleer! Über die Gründe kann und will die Redaktion nicht spekulieren, jedoch war das Thema „Überalterung der Mitglieder“ immer ein Damokles-Schwert über den Köpfen der Verantwortlichen. In der Session 2004/2005 gab der Sartory dann ein erbärmliches Bild ab (siehe Foto) – gerade einmal gut ein Viertel der Plätze war belegt!

Zum 55-jährigen der Gesellschaft war dann das erste Mal ein großes Manko in der Vereinskasse. Schuld daran waren u. a. auch die Strafzahlungen an die Sartory-Betriebe, weil die Umsatzzahlen der letzten beiden Sitzungsjahre nicht den Mindestanforderungen des Gastronomen entsprachen. Da musste dann die K.G. tief in die Tasche greifen – doch die Tasche hatte ein Loch!

Damals hatten sich drei Präsidenten befreundeter Vereine dazu entschlossen, der Gesellschaft zu helfen: Mit einem „Jubiläums-Benefiz-Herrenfrühschoppen mit Damen“ konnten die drei Vollblutkarnevalisten das sinkende Schiff noch einmal zumindest aus dem reissenden Fahrwasser, welches das sichere Ende bedeutet hätte, befreien. Gerettet war man nicht, aber man konnte wieder mitschwimmen …

In den Jahren danach nahm sich der Vorstand dann an dem erfolgreichen „Jubiläums-Benefiz-Herrenfrühschoppen mit Damen“ ein Beispiel, nannte das Konzept in „Matinee“ um – und konnte Jahr um Jahr gute Einnahmen verbuchen. Im Jahr 2008 feierte Bernd Fischer sein 25-jähriges Präsidentenjubiläum beim „Kölsche Boor“ – und gab sein Amt aus Altersgründen an einen jüngeren Nachfolger weiter. Auch dieser Nachfolger, der bereits in den Jahren zuvor im Vorstand tätig war, führte das Matinee-Konzept im Pfarrsaal im Heimatstadtteil Weidenpesch in den Jahren seiner Amtszeit fort.

Um die Gesellschaft auf eine breitere finanzielle Decke zu stellen, wurde im Jahr 2010 beschlossen, auch weibliche Voll-Mitglieder aufzunehmen. Vorher konnten die Damen nur Fördermitglied werden, ohne Stimmrecht. Dieses passte einigen alt-eingesessenen Karnevalisten überhaupt nicht und diese verliessen die Gesellschaft.

Im Jahr 2011 wurde dann eine Kooperation mit einer Tanzgruppe eingegangen, die bereits nach fünf Jahren wieder eigene Wege ging. Im Jahr 2015 wurde dann ein Vorstand gewählt, der sein Amt aber nach einem Jahr wieder aufgab. Bei den damaligen Neuwahlen im Jahr 2016 wurde ein – im Gegensatz zu den Vorgängern – junger Präsident gewählt. Dieser hatte neue Ideen – und wollte diese auch umsetzen. Doch die Mitglieder waren dagegen. Ein Stammtisch wurde gegründet, der aber von Vorstand und den Alt-Mitgliedern nicht mitgetragen wurde. Der Präsident setzte auch die Gründung einer Kinder- und Jugendtanzgruppe durch – wohl auch gegen den Willen des restlichen Vorstands, wie er in einem Statement anlässlich seines Rücktritts vor wenigen Wochen von einem anderen Medium zitiert wird: „So wurden neue Konzepte und Ideen nicht unterstützt, bzw. nach meinem Eindruck regelrecht boykottiert.“

In den Jahren 2017 und 2018 hat der in 2016 gewählte Präsident, der auch das 66-jährige Jubiläum der K.G. mitverantwortete, jeweils den Vorstand durch seinen Rücktritt nach der Session jeweils zu Neuwahlen gezwungen. Auch zum letzten Aschermittwoch ist der Präsident zurückgetreten – und hat sich auf der Jahreshauptversammlung wieder als Präsident, 1. Vorsitzender und Schatzmeister wiederwählen lassen. Doch zum 31. Juli 2018 war das kurze Gastspiel schon wieder vorbei: Der Präsident ist nun endgültig zurückgetreten und hat zwischenzeitlich erklärt, dass er sich ganz aus dem Kölner Karneval zurückziehen will.

Mit ein Grund für die heutigen finanziellen Probleme soll auch die Zahlungsmoral der Vereinsmitglieder gewesen sein. Wie uns ein Mitglied des letzten Vorstands der Gesellschaft in einem Telefonat mitteilte, wurden in den letzten Jahren vermehrt die Mitgliedsbeiträge nicht gezahlt. Wurden die säumigen Mitglieder darauf angesprochen, folgte meist die Kündigung der Mitgliedschaft, weshalb man irgendwann das Thema erst gar nicht mehr anpackte. Sicherlich ein Thema für den Insolvenzverwalter, der sich nun sicherlich die Bücher der K.G. genauer anschauen wird …

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung in der vorletzten Woche wurde dann das unrühmliche Ende der K.G. Sr. Deftigkeit Kölsche Boor von 1951 e. V. beschlossen – und durch den gestrigen Gang zum Insolvenzgericht wurde das Ende einer fast 68 Jahre alten Karnevalsgesellschaft vollzogen! Ein trauriges Ende, zuletzt gezeichnet von hochtrabenden Ideen, welche die Gesellschaft mit ihrer Struktur gar nicht umsetzen konnte und wollte. Mit der Abgabe des Insolvenzantrags wurde nun angefangen, das Grab für die K.G. zu schaufeln …

Tschö, K.G. Kölsche Boor! Mach et jot!

EXKLUSIV: Der lange Tod einer traditionsreichen K.G. – die K.G. „Kölsche Boor“ hat Insolvenz angemeldet!

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Aug 282018
 

Sitzung der K.G. Kölsche Boor im Januar 2005 im Ostermann-Saal der Sartory-Betriebe
Foto: Archiv/Andreas Klein

Es war ein langer, schmerzhafter „Tod“ einer traditionsreichen Kölner Karnevalsgesellschaft: Am gestrigen Montag hat der Rest-Vorstand der K.G. Sr. Deftigkeit Kölsche Boor von 1951 die Insolvenz der Gesellschaft beim Amtsgericht Köln beantragt. Mit diesem Schritt findet die 67-jährige Schaffenszeit der einzigen Festkomitee-Gesellschaft aus Köln-Weidenpesch ein jähes Ende!

Doch das Ende war von einem langen Kampf gegen eben genau dieses Ende geprägt: Spätestens seit der Session 2003/2004 war die Sitzung der Gesellschaft im Ostermann-Saal der Sartory-Betriebe nicht mehr ausverkauft. Mehr noch: Der Saal war halbleer! Über die Gründe kann und will die Redaktion nicht spekulieren, jedoch war das Thema „Überalterung der Mitglieder“ immer ein Damokles-Schwert über den Köpfen der Verantwortlichen. In der Session 2004/2005 gab der Sartory dann ein erbärmliches Bild ab (siehe Foto) – gerade einmal gut ein Viertel der Plätze war belegt!

Zum 55-jährigen der Gesellschaft war dann das erste Mal ein großes Manko in der Vereinskasse. Schuld daran waren u. a. auch die Strafzahlungen an die Sartory-Betriebe, weil die Umsatzzahlen der letzten beiden Sitzungsjahre nicht den Mindestanforderungen des Gastronomen entsprachen. Da musste dann die K.G. tief in die Tasche greifen – doch die Tasche hatte ein Loch!

Damals hatten sich drei Präsidenten befreundeter Vereine dazu entschlossen, der Gesellschaft zu helfen: Mit einem „Jubiläums-Benefiz-Herrenfrühschoppen mit Damen“ konnten die drei Vollblutkarnevalisten das sinkende Schiff noch einmal zumindest aus dem reissenden Fahrwasser, welches das sichere Ende bedeutet hätte, befreien. Gerettet war man nicht, aber man konnte wieder mitschwimmen …

In den Jahren danach nahm sich der Vorstand dann an dem erfolgreichen „Jubiläums-Benefiz-Herrenfrühschoppen mit Damen“ ein Beispiel, nannte das Konzept in „Matinee“ um – und konnte Jahr um Jahr gute Einnahmen verbuchen. Im Jahr 2008 feierte Bernd Fischer sein 25-jähriges Präsidentenjubiläum beim „Kölsche Boor“ – und gab sein Amt aus Altersgründen an einen jüngeren Nachfolger weiter. Auch dieser Nachfolger, der bereits in den Jahren zuvor im Vorstand tätig war, führte das Matinee-Konzept im Pfarrsaal im Heimatstadtteil Weidenpesch in den Jahren seiner Amtszeit fort.

Um die Gesellschaft auf eine breitere finanzielle Decke zu stellen, wurde im Jahr 2010 beschlossen, auch weibliche Voll-Mitglieder aufzunehmen. Vorher konnten die Damen nur Fördermitglied werden, ohne Stimmrecht. Dieses passte einigen alt-eingesessenen Karnevalisten überhaupt nicht und diese verliessen die Gesellschaft.

Im Jahr 2011 wurde dann eine Kooperation mit einer Tanzgruppe eingegangen, die bereits nach fünf Jahren wieder eigene Wege ging. Im Jahr 2015 wurde dann ein Vorstand gewählt, der sein Amt aber nach einem Jahr wieder aufgab. Bei den damaligen Neuwahlen im Jahr 2016 wurde ein – im Gegensatz zu den Vorgängern – junger Präsident gewählt. Dieser hatte neue Ideen – und wollte diese auch umsetzen. Doch die Mitglieder waren dagegen. Ein Stammtisch wurde gegründet, der aber von Vorstand und den Alt-Mitgliedern nicht mitgetragen wurde. Der Präsident setzte auch die Gründung einer Kinder- und Jugendtanzgruppe durch – wohl auch gegen den Willen des restlichen Vorstands, wie er in einem Statement anlässlich seines Rücktritts vor wenigen Wochen von einem anderen Medium zitiert wird: „So wurden neue Konzepte und Ideen nicht unterstützt, bzw. nach meinem Eindruck regelrecht boykottiert.“

In den Jahren 2017 und 2018 hat der in 2016 gewählte Präsident, der auch das 66-jährige Jubiläum der K.G. mitverantwortete, jeweils den Vorstand durch seinen Rücktritt nach der Session jeweils zu Neuwahlen gezwungen. Auch zum letzten Aschermittwoch ist der Präsident zurückgetreten – und hat sich auf der Jahreshauptversammlung wieder als Präsident, 1. Vorsitzender und Schatzmeister wiederwählen lassen. Doch zum 31. Juli 2018 war das kurze Gastspiel schon wieder vorbei: Der Präsident ist nun endgültig zurückgetreten und hat zwischenzeitlich erklärt, dass er sich ganz aus dem Kölner Karneval zurückziehen will.

Mit ein Grund für die heutigen finanziellen Probleme soll auch die Zahlungsmoral der Vereinsmitglieder gewesen sein. Wie uns ein Mitglied des letzten Vorstands der Gesellschaft in einem Telefonat mitteilte, wurden in den letzten Jahren vermehrt die Mitgliedsbeiträge nicht gezahlt. Wurden die säumigen Mitglieder darauf angesprochen, folgte meist die Kündigung der Mitgliedschaft, weshalb man irgendwann das Thema erst gar nicht mehr anpackte. Sicherlich ein Thema für den Insolvenzverwalter, der sich nun sicherlich die Bücher der K.G. genauer anschauen wird …

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung in der vorletzten Woche wurde dann das unrühmliche Ende der K.G. Sr. Deftigkeit Kölsche Boor von 1951 e. V. beschlossen – und durch den gestrigen Gang zum Insolvenzgericht wurde das Ende einer fast 68 Jahre alten Karnevalsgesellschaft vollzogen! Ein trauriges Ende, zuletzt gezeichnet von hochtrabenden Ideen, welche die Gesellschaft mit ihrer Struktur gar nicht umsetzen konnte und wollte. Mit der Abgabe des Insolvenzantrags wurde nun angefangen, das Grab für die K.G. zu schaufeln …

Tschö, K.G. Kölsche Boor! Mach et jot!

Blaue Funken in China – Kulturbotschafter nun auch als Brauchtum!

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Aug 272018
 

Zweck und Hintergrund:
Anlass der Reise der Blauen Funken nach Qingdao in China war die erneute Einladung der Hoteldirektion des 5***** Hotels “Mangrove Tree Resort World“ in Qingdao, um Köln und Deutschland beim deutschen Fest im (nachgebauten) deutschen Dorf des Hotelkomplexes zu repräsentieren. Parallel zum jährlich stattfindenden Bierfestival, mit einer Fläche von mehr als 20 Hektar und über 4 Millionen Besuchern dem größten seiner Art in China, wird in der 10-Millionen-Stadt Qingdao nicht nur auf der “chinesischen Wies‘n“, sondern an vielen Orten und Plätzen der ostchinesischen Hafenstadt gefeiert. So auch im “Mangrove Tree Resort World“ Hotel, in dessen großflächigem Innenhof an drei Tagen 5 Auftritte stattfanden.

Blaue Funken und Funky Marys im deutschen Dorf des “Mangrove Tree Resort World“ Hotelkomplexes in Qingdao

Der Erstkontakt im Jahr 2016 erfolgte über Herrn Staatssekretär a.D. Wilhelm Hecker, der bereits während des Regimentsappells 2017 als Dank dafür zum Oberleutnant der Reserve ernannt wurde. Der damalige Anlass im Jahr 2016 war die Einweihung des Hotelkomplexes am Wochenende des Qingdao-Bierfestes.

Teilnehmer: Über 100 Blaue Funken inkl. Regimentsspielmannszug wurden durch die Funky Marys als kölsche Kulturbotschafter unterstützt und von den Kölner Künstlern Heike Haupt und Anton Fuchs auf ihrer Tour in China begleitet.

Besonderheiten in diesem Jahr:
– “Der Klassiker“: Die Säbel wurden wieder vor Ort durch eine chinesische Firma produziert, denn sie dürfen nicht mit im Flugzeug transportiert werden.
– Es waren die ersten Auftritte des neuen Blaue Funken-Tanzoffiziers Maurice Schmitz
– In diesem Jahr dauerte die Reise wieder eine gesamte Woche (15. bis 21. August 2018), was ein umfangreiches Rahmenprogramm und viel chinesisch-kölschen Kulturaustausch erlaubte.

Die Vortour:
Bereits am Sonntag, den 12.08.2018 machte sich eine Gruppe von 29 Blauen Funken (v.a. Artillerietänzer mit dem Tanzpaar) auf den Weg nach China, um mit Shanghai eine der großen Metropolen Chinas kennenzulernen. Unter der Leitung des Blaue Funken-Senators Prof. Dr. Bruno Horst konnten die Teilnehmer die Vielfalt und viele kulturelle Highlights von Shanghai und der nahen Stadt Suzhou genießen. Von der “historischen Altstadt“ Shanghais ging es zum Bund mit einer fantastischen Aussicht auf die Pudong Skyline und weiter vom buddhistischen Kloster Long Hua zum schnellsten Aufzug der Welt (64,5 km/h), um vom Shanghai Tower, dem mit 632 m zweithöchsten Gebäude der Welt mit der höchsten Aussichtsplattform der Welt, Shanghai von oben zu betrachten.

Ein Tagesausflug führte in die Stadt Suzhou zum Seidenmuseum sowie in den Humble Administrator und in den Lions Grove Garten, die beide zu den vier berühmten Gärten in Suzhou gehören, die seit dem Jahr 2000 Weltkulturerbe sind (entstanden um 1150 und 1350). Nach einer Bootsfahrt auf dem bunt erleuchteten Kaiserkanal in Suzhou, der mit 1.800 km längsten künstlichen Wasserstraße der Welt, ging es zurück nach Shanghai, um dann von dort die Weiterreise nach Qingdao anzutreten und den Rest der Gruppe zu treffen.

Die Haupttour:
Die Blauen Funken standen am Freitag, den 17. August 2018 zum ersten Mal in diesem Jahr in Qingdao auf der Bühne und die Zuschauer konnten etwas ganz Besonderes erleben: das Tanzpaar mit der Marie Marie Steffens und dem neuen Tanzoffizier Maurice Schmitz zeigte zum ersten Mal in dieser neuen Formation gemeinsam mit dem Blaue Funken-Korps ihr Können. Es war ein fantastischer Auftritt, der die Zuschauer und auch die Blauen Funken begeisterte. Zum Auftrittsprogramm gehörten natürlich auch wieder die Funky Marys, die vom Publikum ebenso stürmisch gefeiert wurden.

Direkt an diesem ersten Abend konnten die Blauen Funken ihre Gastgeber überraschen: Sie waren mit einem Geschenk in Form einer vollständigen originalgetreuen Blaue Funken-Präsidentenuniform für den Inhaber der “Mangrove Tree Resort World“ Hotelkette Herrn Zhang Baoquan (sein Vertreter Herr Kong hat das Geschenk angenommen) angereist. Die Uniform wurde in Anwesenheit von Staatssekretär a.D. Wilhelm Hecker und des Künstlers Toni Fuchs (beide waren an der Kontaktaufnahme mit den Blauen Funken beteiligt) sowie der beiden Ehrenpräsidenten Fro T.D. Kuckelkorn und Theo Jussenhofen von Blaue Funken-Vizepräsident Dr. Armin Hoffmann überreicht. Im Rahmen der Geschenkübergabe wurde Herr Zhang Baoquan, der bereits im Vorjahr zum Leutnant der Reserve der Blauen Funken ernannt wurde, zur Teilnahme am Rosenmontagszug eingeladen.

Eine Uniform als Geschenk: Ehrenpräsident Theo Jussenhofen, Herr Kong von der Hoteldirektion, der Kölner Künstler Anton Fuchs, (Das Geschenk), Vizepräsident Dr. Armin Hoffmann, Staatssekretär a.D. Wilhelm Hecker, Ehrenpräsident Fro T.D. Kuckelkorn (v.l.)

Auch am zweiten Auftrittsabend (18. August 2018) konnten die Blauen Funken und die Funky Marys mit viel kölschen Tön die Zuschauer begeistern. Im Verlauf des Abends gab es dann noch eine Premiere: Die Funky Marys präsentierten mit ihrer Single “EN WOCH LANG WACH“ wie im Vorjahr wieder einen neuen Hit in Qingdao. Weitere Informationen dazu ist auf der Homepage der Funky Marys erhältlich. Diese Mischung aus einem Traditionskorps und den Funky Marys ist genau das, was das Publikum vor Ort begeistert.

Nachdem sich am geplant dritten Auftrittstag ein Taifun der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao näherte, wurden das deutsche Fest und die Auftritte für diesen Tag abgesagt und auf den letzten Tag vor der Abreise am 20.08.2018 verschoben. An diesem letzten Tag in Qingdao nutzten die Blauen Funken noch am Vormittag die Gelegenheit und besichtigten die Brauerei des chinesischen Tsingtao-Bieres in Qingdao, die 1903 während der deutschen Kolonialzeit von Deutschen gegründet wurde. Dort überreichten sie einen Kölschkranz an den Direktor Herrn Fang Dong, der auch schon Bundeskanzler Gerhard Schröder an gleicher Stelle in seiner Brauerei empfangen hatte.

Die Blauen Funken in der Tsingtao-Brauerei: für das dortige Biermuseum wurde ein Kölschkranz überreicht

Am Abend folgten dann die beiden letzten Auftritte der diesjährigen Tour und das Tanzpaar war anschließend beim chinesischen Publikum ein beliebtes Fotomotiv beim “Bad in der Menge“. Mit einem Dank an alle Gäste und Beteiligte sowie an die Initiatoren dieser Kulturreise nach China, verabschiedeten sich die Blauen Funken in dem Wissen, dass ihre Reisen nach China nun Brauchtum sind und immer wieder wiederholt werden “müssen“.

(Quelle: Pressemitteilung der Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V. / Fotos: Michael Nopens)