Gastbeitrag: „Dä Tuppes vum Land“ zum Thema Redebeiträge im Karneval

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Nov 162018
 

In einem längeren Beitag auf facebook hat sich Jörg Runge, im rheinischen Karneval als Redner „Dä Tuppes vum Land“ zur aktuellen Diskussion über Redebeiträge im Karneval geäußert. Wir möchten Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, den Text nicht vorenthalten und veröffentlichen diesen nachstehend als Gastbeitrag:

Foto: Andreas Klein

Nun möchte auch ich mich in die aktuelle Diskussion, über die Entwicklung des Karnevals einklinken. Aktuell wird ja heiß darüber diskutiert, ob Redebeiträge im Sitzungskarneval noch gefragt sind oder ob die Säle zukünftig nur noch den Musikgruppen gehören.

Mein Statement gleich vorweg: Auf jede ordentliche Sitzung gehören mindestens drei bis vier Redebeiträge! Alles andere ist Party und verdient den Namen Sitzung nicht mehr.

Fakt ist, dass der rheinische Karneval in den letzten Jahren von einer wahrend Band-Flut überspült wurde und es mittlerweile eine kaum noch überschaubare Armada an Musikgruppen gibt. Die meisten dieser Bands sind von hoher Qualität und gutem handwerklichen Können. Da gibt es nix. Auch ich höre kölsche Musik leidenschaftlich gerne, wobei es mir aber zunehmend schwerer fällt, die einzelnen Bands auseinanderzuhalten, da vieles für mich sehr ähnlich klingt.

Fakt ist auch, dass alle Bands ein Management haben, welches dafür sorgt, dass die Nummern auf die Bühne kommen. Das ist schließlich die Aufgabe eines Managements und auch nicht verwerflich. Allerdings, und hier setzt meine Kritik an, wird fast schon reflexartig behauptet: das Publikum will das heute so.

Das sehe ich anders. Mein Eindruck ist, dass hier etwas behauptet wird, was lediglich der Gesetzmäßigkeit einer selbsterfüllenden Prophezeiung folgt. Mit einem Sitzungsformat, welches zu 80% aus Musiknummern besteht, lockt man eine Zielgruppe in die Säle, die sich genau von einem solchen Format angesprochen fühlt. Alle anderen, die gerne eine traditionelle Sitzung erleben möchten, mit einer ausgewogenen Mischung aus Musik, Tanzgruppen und Redebeiträgen, gehen auf diesem Weg verloren. Und mit ihnen unser Fastelovend.

Ein Literat sagte letztens zu mir: „Man kann sich sein Publikum auch erziehen“. Das war mir persönlich eine Spur zu hart. Ich möchte mein Publikum weder erziehen, noch belehren, sondern unterhalten und begeistern. Dennoch steckt in dieser Aussage ein Funke Wahrheit. Ich bin sehr davon überzeugt, dass das was in den Sälen passiert, eng verknüpft ist mit der Frage, welche Kultur man sich als Karnevalsgesellschaft gibt. Setzt man auf Remmidemmi, wird man genau das bekommen und darf sich nicht wundern, wenn das Publikum auf den Stühlen steht.

Für mich ist eine gute Sitzung, wie ein leckeres Buffet. Wenn die Zutaten hochwertig und abwechslungsreich sind und für jeden etwas dabei ist, dann hat das Buffet seinen Zweck erfüllt. Es soll gut schmecken und nicht einfach nur satt machen.

Vielleicht müssen zukünftige Formate einfach zielgruppengerechter werden. Diejenigen, die nur Musik hören wollen, sollen dies ebenso bekommen, wie diejenigen, die nur Redebeiträge möchten. Selbstverständlich sollen auch diejenigen bedient werden, die es weiterhin gerne gemischt hätten. Vor Jahren war schon mal ein Sitzungs-Siegel im Gespräch, welches vom Festkomitee verliehen werden sollte, sofern bestimmte Qualitätsansprüche erfüllt werden. Vielleicht denkt man auch darüber nochmal intensiver nach.

Damit eng verbunden ist auch das Thema der Nachwuchsförderung, denn diese findet, mit Ausnahme des Literarischen Komitees, defacto nicht statt. Nachwuchsförderung läuft heutzutage so, dass man jemanden auf die Bühne stellt und guckt was passiert. Geht die Nummer durch die Decke, war es Nachwuchsförderung, war die Nummer eher mäßig, kann der Vortragende nach Hause gehen und kommt nie wieder. Dabei gibt es eine Reihe von Talenten, denen man schlicht und ergreifend Zeit zur Entwicklung geben muss. Meines Erachtens wäre es doch schön, wenn jede Gesellschaft mindestens eine/n Nachwuchsredner/in in ihre Programme einbaut. Im Fußball sagt man: Tore schießt nur, wer auf dem Platz steht und Spielpraxis hat. Das ist im Karneval nicht anders.

Ich selbst möchte hiermit auch einen weiterführenden Gedankenaustausch anregen und dazu alle meine Rednerkollegen und Rednerkolleginnen einladen. Lasst uns ins Gespräch kommen und den aktuellen Entwicklungen mit kreativen Ideen begegnen. Gerne stehe ich bei der Entwicklung neuer Formate beratend zur Seite und rege zudem die Gründung einer „Interessengemeinschaft Wortbeitrag“ an.

Tatsache ist, dass die Rede nach wie vor einen hohen Stellenwert hat und vom Großteil des Publikums weiterhin sehr geschätzt und gewünscht wird.

Die klassische Rede macht eine Sitzung erst zur Sitzung. Mir geht es keineswegs darum, die Musik zu verteufeln. Beim besten Willen nicht. Ich liebe Musik! Aber ich denke, dass es an der Zeit ist, über das Maß nachzudenken, da ansonsten die Sitzungsplakate demnächst so aussehen, wie die von Rock am Ring.

Kölle Alaaf

Euer Tuppes

Anmerkung der Redaktion:

Wir sind nun seit über 25 Jahren im Kölner Karneval als berichterstattende Journalisten unterwegs. Das Portal koelsche-fastelovend.de berichtet seit 2002 kontinuierlich jedes Jahr über den Karneval und kennt daher auch Veranstalter, Veranstaltungen und die auftretenden Künstler. Bei einem weiterführenden Gedankenaustausch, wie von Jörg Runge angeregt, würden wir uns nach Absprache gerne einbringen. Dieses könnte so weit gehen, dass wir hoffnungsvolle Nachwuchsredner auf unserem Portal, welches monatlich durchschnittlich rund 60.000 Besucher (Unique Visitors) erreicht, portraitieren und dem karnevalistisch interessierten Publikum vorstellen.

Jahrespressekonferenz der Prinzengarde: Tanzpaar hört nach sieben Jahren nach der Session 2019 auf

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Nov 152018
 

Foto: Archiv/Andreas Klein

Pünktlich zum Sessionsstart lud die Prinzengarde am Montag wieder zu ihrer alljährlichen Pressekonferenz ein. Neben dem üblichen Rück-, Über- und Ausblick gab es auch traurige Neuigkeiten: Das mit sieben Jahren längste Tanzpaar in der Geschichte der Prinzengarde gab bekannt, dass diese Session für sie die letzte sein würde. Beginnen wir jedoch zunächst am Anfang…

Präsident Dino Massi eröffnete die Informationsrunde mit einem Rückblick in die vorangegangene Session. So konnte Marcel Kappenstein im Januar als neuer Kommandant in sein Amt eingeführt werden. Außerdem waren alle acht Sitzungen sowie die Bälle, welche die Prinzengarde jedes Jahr veranstaltet, waren restlos ausverkauft. Zum ersten Mal fand auch eine Veranstaltung statt, die ausschließlich von jüngeren Mitgliedern der Prinzengarde für junge Leute organisiert wurde. Dabei handelte es sich um die „Jeckmarie“, eine Party im Club Ivory. Auch dies war ein großer Erfolg und so wird diese Feier auch in dieser Session wieder stattfinden.

Es standen zudem karitative Aktionen auf dem Programm: so veranstaltete die Prinzengarde eine Typisierungsaktion und besuchte Anfang des Jahres das Kinderkrankenhaus in der Amsterdamer Straße, im Gepäck auch einiges an Wurfmaterial für die Kinder, die leider nicht am Karneval teilnehmen konnten.

Als nächstes gab Gustav Brüninghaus einen Überblick darüber, was zwischen den Sessionen passiert ist. Regulär finden jeden Freitag die „Turmabende“ statt, die verschiedenen Korps wechseln sich dabei ab. Zudem findet einmal im Monat eine Vorstandssitzung statt, in denen die nächsten Sessionen bis zu drei Jahre im Voraus geplant werden. Außerdem trifft sich die Vorstand regelmäßig mit dem Aufsichtsrat.

Im Mai organisierte die Garde einen Tanz in den Mai und ein Spargelessen, beides war sehr gut besucht. Im Monat darauf fanden ein Golfturnier und eine Benefizveranstaltung statt, bei der insgesamt 5000 Euro für den guten Zweck gesammelt werden konnten. Im Juni starteten außerdem die Korpstouren, bei denen Teile der Garde in ganz Europa unterwegs sind und auftreten. Später fanden noch das Sommerfest und die beiden Trainingslager statt.

Ein Highlight war die Jahreshauptversammlung: Präsident Dino Massi wurde mit hundert Prozent der Stimmen wiedergewählt, so etwas kommt, laut Gustav Brüninghaus, eher selten vor.

Einen Ausblick auf diese Session gab Sitzungsleiter Marcus Gottschalk. Da diese im Jahr 2019 besonders lange dauern wird, wird es nicht, wie gewohnt, acht, sondern insgesamt zehn Veranstaltungen geben. Dabei würden wie jedes Jahr alle traditionellen Elemente einfließen, das Dreigestirn wird vertreten sein, es wird Tanzgruppenauftritte und Musikanten geben.

Foto: Andreas Klein

Den seit Anfang Oktober restlos ausverkauften Prinzenschwof werden erstmals Niklas Jüngling, der seit 2016 Hospitant beim Fußkorps ist, und Alexander Ritter (Tanzoffizier) übernehmen. Für die musikalische Untermalung werden auch dieses Jahr wieder einige traditionell kölsche Karnevalbands sorgen.

Ganz besonders traditionell wird es auf dem Fest in Rot-Weiß Ende Januar zugehen: hier wird man bewusst die „alten Zeiten“, den Stil der 50er und 60er Jahre wieder aufleben lassen, die Gardisten werden in Frack auftreten und insgesamt werden bewusst karnevalhistorische Elemente einfließen. Ein weiteres Highlight wird die zweite Kostümsitzung in Gürzenich am 14.02. sein. Passend zum Datum werden die Herren mit „roten Hosen und roten Rosen“ auftreten.

Es folgt außerdem die „Jeckmarie“-Party, die im vorausgegangenem Jahr Premiere feierte und dieses Jahr an den Erfolg anzuknüpfen scheint: es sind lediglich noch 30-40 Restkarten erhältlich.

Den Höhepunkt bildet wie jedes Jahr der Ball „Gardedanz“, für den sich die Prinzengarde wieder einmal einiges einfallen lassen hat: es wird 17 verschiedene Auftritte auf zwei Bühnen geben, erstmals auch eine Cocktailbar. Um eine Erinnerungen des Abends einfangen zu können, wird es außerdem erstmals eine Fotobox geben.

Einen kurzen Einblick in Strategie und Verwaltung gab Schatzmeister Thomas Haubner. Die Prinzengarde arbeitet trotz des jährlichen Erfolges kontinuierlich daran, die Veranstaltungen weiter zu verbessern, um auch treuen Besuchern immer wieder etwas Neues bieten zu können. Insbesondere wird dabei momentan ein großer Fokus auf die voranschreitende Digitalisierung gelegt. 2018 wurde der Onlineshop überarbeitet, so ist nun eine Bezahlung der Karten per PayPal möglich. Außerdem kann man sie sich nach Erwerb direkt zuhause ausdrucken.

Über das aktive Korps berichtete Kommandant Marcel Kappenstein. Wie jedes Jahr wird das 2019 wieder der Generalkorpsappell im Hotel Maritim stattfinden, dabei wird es in erster Linie um Ehrungen und Ernennungen gehen. Interessant ist dieses Mal, dass zum ersten Mal seit 25 Jahren ein neuer Appellfahnenträger ernannt werden wird. Trotz aller Formalitäten sollen Musik und Tanz an diesem Abend dennoch nicht zu kurz kommen.

Insgesamt wird die Prinzengarde während der Session über 70 Korpsaufzüge haben, davon werden zwei Drittel in Köln und der Rest im direkten Umland stattfinden. Anknüpfend an letztes Jahr wird man sich zudem weiter auf karitative Aktionen konzentrieren, ein neuer Besuch im Kinderkrankenhaus ist beispielsweise bereits geplant.

Am Ende kam auch noch einmal das Tanzpaar zu Wort. Bedauernd gaben sie bekannt, dass dieses Jahr nach sieben Jahren ihre letzte Session sein würde. Alexander Ritter äußerte sich bedauernd: „Wir hatten eine spannende, eine Wahnsinnszeit. Wir haben sehr lange überlegt, bevor wir uns zu diesem Schritt entschieden hatten. Nachdem wir trotz einiger Pro- und Contra-Listen zu keinem Ergebnis kamen, warfen wir schlussendlich eine Münze“. Tina Mertens sagte dazu: „Wir haben sehr viel erlebt, viel gefeiert, viel trainiert, aber nach sieben Jahren ist es auch einmal gut. Wir wollen Neuen die Chance geben, das alles zu erleben“.

Abschließend kündigte Marcel Kappenstein an, dass Mercedes auch dieses Jahr zum 41. Mal in Folge der Prinzengarde eine Fahrzeugkolonne stellen wird. Die Wagenübergabe wird noch stattfinden.

(Text: Alisa Swoboda, Studentin an der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft)

Session 2018/2019 in Köln eröffnet mit zahlreichen Veranstaltungen

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Nov 122018
 

Der 11.11.2018 bietet, wie jedes Jahr, ein vielfältiges Spektrum an Veranstaltungen – von der Kneipenparty über die zahlreichen Sessionseröffnungspartys bis hin zum Fackelzug der Nippeser Bürgerwehr. Wir haben für Sie, wie jedes Jahr, eine Auswahl getroffen und berichten von den Hot-Spots des Tages.

KKV „Unger Uns“ startet an neuer Wirkungsstätte – und ohne Präsident Udo Beyers

Fotos: Andreas Klein

Schock für den KKV „Unger Uns“ wenige Tage vor dem 11.11.: Präsident Udo Beyers musste wegen einer Augenoperation seine Teilnahme an der Sessionseröffnung der Gesellschaft absagen. Und da war große Not beim KKV angesagt, denn Beyers moderiert die Veranstaltung normalerweise. Doch wofür hat man Freunde: Frank Klever, Präsident der K.G. Blau-Rot, übernahm die Moderation an diesem Tag kurzfristig.

Nicht nur den Saal, sondern auch die Rheinseite, hat der KKV in dieser Session gewechselt: Vom Senatshotel in der Kölner Altstadt ging es in das Dorint Hotel an der Messe in Köln-Deutz, wie der Kölner sagt: „Op de schäl Sick!“ Dort konnten rund 800 Jecken dem Treiben beiwohnen.

Mit „Kuhl un de Gäng“ und den Räuber startete man in die Session. Das designierte Dreigestirn machte den Jecken gemeinsam mit den Plaggeköpp pünktlich zur Mittagszeit seine Aufwartung. Bis in den Abend wurde mit den Domstürmer, Querbeat, Cöllner, Marita Köllner und den Funky Marys weiter gefeiert.


Die Kolibris bei den Erdmännchen

Kleine Erdmännchen starten mit Mega-Stehung in die Session

Im ausverkauften Garderobensaal des Gürzenich Köln starteten die „Kleinen Erdmännchen“ in die Session 2018/2019. Über acht Stunden lang gaben sich hier die Künstler die Klinke in die Hand und feierten die erste große Party der neuen Session in Kölns guter Stube.

Neben Alleinunterhalter Andreas Konrad, der auch in den Umbaupausen die Jecken im Saal unterhielt, erhöhten Pascal, die Kolibris (Foto), die Boore, das Heddemer Dreigestirn (die in der aktuellen Staffel von „Das Supertalent“ auf RTL zu sehen waren …), Nadine „Domhätzje“ Fiegen, die Klüngelköpp, die Kölsche Adler, die Cöllner, die Domstürmer und die Rabaue die Temperatur im Saal auf saunaähnliche Gradzahlen. Das designierte Kölner Dreigestirn machte den Erdmännchen und deren Gästen am Nachmittag seine Aufwartung. Mit den Big Maggas, Tommy Walter, Kölsch Royal, den Höhner und den Räuber ging es dann bis in den frühen Abend weiter im Programm.


10 Jahre Ball Raderdoll am 11.11. im Pullman Cologne Hotel

Blick ins volle Pullman

Bereits zum zehnten Mal feierte die Große Braunsfelder K.G. den Zwilling des legendären „Ball Raderdoll“ an Weiberfastnacht mit dem „Ball Raderdoll am 11.11.“. Im Ballsaal des Hotel an der Helenenstraße und im Foyer drängelten sich hunderte Jecken, um bei der legendären Veranstaltung dabei zu sein. Unter den Gästen auch Bernd Petelkau von der CDU Köln, seit wenigen Tagen Ehrenbotschafter der Gesellschaft.

Musikalisch gaben hier RhingBloot, Kempes Feinest, die Big Maggas, die Höhner, die Micky Brühl Band, die Klüngelköpp, die Räuber, die Paveier und die Domstürmer alles, um den Jecken den Start in die neue Session zu einem Erlebnis zu machen …


Altstädter Köln eröffneten die Session „11 Punkt 11“ im Wartesaal am Dom

Volle Hütte auch bei den Altstädter Köln im „Wartesaal am Dom“ am Kölner Hauptbahnhof. Neben tanzbaren Sounds mit DJ Ingo Frings gab es auch hier karnevalistische Sangeskunst live „op d´r Bühn“ mit den Köbesse, Fabian Kronbach & Band, Kölschraum, den Cöllner, Rockemarieche, Kasalla und den Domstürmer.


Rote Funken erklären ihre „11. em 11. Party“ zum Brauchtum

Foto: Kurt Braun

Alles was in Köln drei Mal stattfindet ist Brauchtum, heißt es öfter unter Karnevalisten. So auch bei den Roten Funken die ihre „11. em 11.-Party“ zur Brauchtumsveranstaltung erhoben. In allen Sälen des Kölner Maritim Hotel geht dabei zum dritten Mal die Post ab.

Nachdem die Funken-DJs die Jecken auf Betriebstemperatur gebracht hatten, startete das Korps der Kölsche Funke rut-wieß mit der ersten großen Wache in der Session 2018/2019. Dabei zeigte auch das Tanzpaar des rot-weißen Korps, was man während der Sommermonate einstudiert hatte.

Mit Miljö, Planschemalöör, Lupo, den Räuber und den Klüngelköpp feierte das jecke Volk bis in den Abend hinein.


Nippeser Bürgerwehr unter neuer Führung am Eigelstein

Zum ersten Mal konnte der neue Präsident der Nippeser Bürgerwehr, Michael Gerhold, die Jecken an der Eigelsteintorburg zur Sessionseröffnung der Appelsinefunke begrüßen. Und während bei den meisten Veranstaltungen im Saal die Jecken bereits gen Heimat starteten, fingen der Spaß bei den Nippeser gerade erst an …

Mit der Jugendtanzgruppe „Kölsche Greesberger“, den Filue, den Boore, den Kölsche Adler, den Rabaue und den Domstürmer gab es zweieinhalb Stunden Programm „umsonst und draußen“ vom Feinsten. Um kurz vor 20 Uhr machte das designierte Kölner Dreigestirn den Jecken seine Aufwartung, bevor das Korps der Nippeser Bürgerwehr mit klingendem Spiel und im Schein hunderter Fackeln den Weg von Nippes-Ost (aka Eigelstein) zurück ins Heimatveedel antrat.

Müllemer Junge starten mit Rekord in die neue Session

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Nov 122018
 

Foto: Andreas Klein

Mit einem Besucherrekord für ihre Sessionseröffnungsfeier startete die K.G. Müllemer Junge in die Session 2018/2019: 420 Mitglieder und geladene Gäste waren dem Ruf der Gesellschaft aus dem Kölner Stadtteil Mülheim in die im Veedel liegende Mülheimer Stadthalle gefolgt, um am Abend vor dem 11.11. in die kommende Session zu starten.

Nach der Begrüssung durch Präsident Siegfried Schaarschmidt eröffnete Max Biermann mit seiner Band den Abend. Biermann bietet das krasse Gegenstück zu den vielen neuen Bands im Kölner Karneval – nämlich ruhige, handgemacht kölsche Töne mit Charme und Humor. Wer nicht so auf „laut“ steht, wird mit Biermann und seiner Combo seine helle Freude haben! Laut, aber nicht zu laut, wurde es danach bei der Percussion-Performance der „Show-Drumline aus dem Rhein-Erft-Kreis“, den Drummerholics (Foto). Die Jungs haben sich mittlerweile im Karneval etabliert und sorgen mit ihrer Show für kurzweilige Unterhaltung.

Silke Dick und Erich Radermacher

Gleich 37 neue aktive Mitglieder konnten die Müllemer Junge an diesem Abend begrüssen. Nach der Vorstellung der neuen Mitglieder durch den Vorstand zog das Tanzcorps „Echte Fründe“ der Flittarder K.G. in den Saal ein und zeigte seine eindrucksvolle tänzerische Darbietung. Die Jungs und Mädels begeisterten die Gäste im Saal besonders mit ihren akkrobatischen Einlagen.

Nach diesem tänzerischen Hochgenuss wurden neun Mitglieder der K.G. für ihre 10-jährige Mitgliedschaft mit der silbernen Mitgliedsnadel ausgezeichnet. Die goldene Mitgliedsnadel für ihre 20-jährige Mitgliedschaft erhielten Pressesprecherin Silke Dick und Gesellschaftsfotograf Erich Radermacher, der auch für die Fotos in diesem Artikel (sofern nicht anders ausgewiesen) verantwortlich zeichnet.

Ebenfalls in diesem Block wurden die neuen Senatoren der Gesellschaft willkommen geheißen und Achim Weinecke erhielt den Senatssonderorden für seine Verdienste um die Gesellschaft und den Senat.

Mit Fabian Kronbach hatte Literat Alexander Dick einen Musiker mit seiner Band ins Programm geholt, der kölsche Songs in einem frischen Sound präsentiert. Und dass die Müllemer Junge auch eher unbekannten Künstlern eine Plattform, gerade auch bei ihrer Sessionseröffnung, bieten, ist hinlänglich bekannt.

Verdienstorden für verdiente Karnevalisten

Beim Auftritt der Tanzgruppe „Original Matrosen vum Müllemer Böötche“, die in dieser Session 2018/2019 mit 6 * 11 Jahre ein närrisches Jubiläum feiern, wurden weitere Ehrungen durchgeführt. Für seine 44-jährige Mitgliedschaft in der Gesellschaft wurde Werner Felix zum Ehrenmitglied ernannt. Katharina Kasper, Achim Weinecke und Siegfried Schaarschmidt, Präsident der Gesellschaft, wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Katharina Kasper und Achim Weinecke erhielten den Verdienstorden des Festkomitee Kölner Karneval in Silber. Achim Weinecke wurde zusätzlich für seine 25-jährige Senatsmitgliedschaft mit den Senatssonderorden ausgezeichnet. Siegfried Schaarschmidt, der in der gerade begonnen Session auch sein 11-jähriges als Präsident der Müllemer Junge feiern kann, erhielt den Verdienstorden des Bund Deutscher Karneval in Gold.

Von den Tänzerinnen und Tänzer der Müllemer Junge erhielten gleich zehn das Treueabzeichen für karnevalistischen Tanzsport des Bund Deutscher Karneval in den vier vergebenen Stufen, eine Tänzerin und zwei Tänzer darunter sogar in der höchsten Stufe, Gold mit Brillianten.

Zum Finale spielte mit „Planschemalöör“ eine Band auf, die ebenfalls neu im Kölner Karneval unterwegs ist.

Neppeser Naaksühle sorgen für erste Fastelovendsparty im Veedel in der neuen Session

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Nov 122018
 

Fotos: Andreas Klein

Mittlerweile ist die Sessionseröffnungs-Sitzung der Neppeser Naaksühle kein Geheimtipp mehr: Auch in diesem Jahr sorgten rund 1.600 Jecken im großen Festzelt im Nippeser Tälchen – und damit mitten im Veedel – für Partystimmung von der ersten bis zur letzten Minute. Sechs Stunden lang feierten die Naaksühle mit den bunt kostümierten Jecken und den Top-Kräften des Kölner Karnevals.

Den Anfang machte traditionell das Korps der Altstädter Köln, die sich mit Sack und Pack auf nach Nippes gemacht hatten. Nach dem Auftritt des Traditionskorps aus der Kölner Altstadt ging es Schlag auf Schlag weiter im Programm: Die Paveier, die Klüngelköpp, Marita Köllner, die Räuber, BRINGS, die Domstürmer, die Micky Brühl Band und die Funky Marys machten aus dem Zelt die größte Stehparty des Abends in ganz Köln! Beim Auftritt des Tanzcorps der K.G. Sr. Tollität Luftflotte wurden dann auch mal wieder die Stühle im Saal in Beschlag genommen, bevor Miljö die Jecken wieder von den Sitzen rissen.

Paveier und Elferrat

Für die Neppeser Naaksühle, die ja seit ein paar Jahren Regimentsspielmannszug des Garde-Korps Köln von 1928 e. V. sind, ging es nach diesem erfolgreichen Abend wieder in eine lange Session mit zahlreichen Auftritten im ganzen Rheinland (und darüber hinaus). Am 27. Januar 2019 gibt es dann wieder eine eigene Veranstaltung, den traditionellen musikalischen Frühschoppen in der Aula der Edith-Stein-Realschule in Köln-Nippes. Dort geben sich ab 11 Uhr Musikkorps, Tanzgruppen und andere Karnevalskünstler die Klinke in die Hand, um bis in den Nachmittag die Jecken zu unterhalten. Der Eintritt ist da übrigens für jedermann frei und für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Neu in dieser Session ist der Maskenball am 1. März 2019 in der Gaststätte „Nippeser Stube“. Guido Stöcker von den Naaksühle dazu: „Das wird klein, das wird fein. Karneval im Veedel eben. Der Eintritt ist frei. Wä kütt, dä kütt!“

Die Neppeser Naaksühle suchen übrigens noch junge (und jung gebliebene) Menschen, die Bock darauf haben, im Verein Musik zu machen. Guido Stöcker: „Musikalische Vorkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Neben unserer Naaksühle-Uniform gibt es noch die Uniform des Garde-Korps Köln, mit denen wir in der Session ein starkes Team bilden. Wir haben neben unseren öffentlichen Veranstaltungen auch viele interne Feierlichkeiten, wie Grillfest, Vereinstour oder Weihnachtsfeier. In der Session spielen wir u. a. in der Lachenden Kölnarena, im Sonntagszug in Porz, im Kölner Rosenmontagszug und im Nippeser Dienstagszug. Wir würden uns freuen, wenn wir neue Mitglieder finden könnten – Alter, Geschlecht, Herkunft ist bei uns alles Nebensache. Hauptsache ist Spaß an der Musik und am gemeinsamen Vereinsleben.“

Weitere Infos und wo man sich bewerben kann, findet man auf der Website der Gesellschaft oder auf deren facebook-Seite.

Zwischenbilanz des Ordnungsdienstes zur Sessionseröffnung am 11. im 11.

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Nov 112018
 

Eine gemischte Zwischenbilanz mit weniger Wildpinklern, mehr Ansprachen von Jugendlichen, die Alkohol mitgebracht haben, und einem funktionierenden Glasverbot zieht am späten Nachmittag der Ordnungs- und Verkehrsdienst der Stadt Köln. Im Gegensatz dazu berichtet der Rettungsdienst durchweg von einer positiven Entwicklung. Der im Rathaus weiter tagende städtische Koordinierungsstab wertet den bisherigen Verlaub als „bisher überwiegend entspannt“. Alle Zugänge um die Veranstaltungsbereiche sind wieder geöffnet.

Zum bisherigen Einsatzgeschehen gehören auch eine angezeigte Vergewaltigung und mehrere sexuelle Belästigungen, bei denen die Polizei eingeschaltet wurde. Alle Tatverdächtigen konnten bereits von der Polizei ermittelt werden. Schwerverletzt wurde ein 25-jähriger Mann, der bei einem Sturz aus dem dritten Obergeschoss eines Privathauses an der Zülpicher Straße auf ein Vordach schwer verletzt wurde. Mit maximal mittleren Verletzungen kam ein 22-jähriger davon, der am Heumarkt auf ein Gerüst geklettert war und zwei Meter tief stürzte.

Die Berufsfeuerwehr meldet für die Zwischenbilanz 18 Uhr folgende Zahlen:

405 Rettungsdiensteinsätze (teilweise mit Notarzteinsatz). Das ist deutlich weniger als im Vorjahr, wo zu diesem Zeitpunkt 560 Einsätze zu absolvieren waren.

Zum Sessionsauftakt am Sonntag, 11. November 2018, ist der Ordnungs- und Verkehrsdienst der Stadt Köln seit 6 Uhr mit allen zur Verfügung stehenden Kräften im Dienst. Über den Tag und die Nacht verteilt sind bis zu 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf Kölner Straßen und Plätzen und im Koordinierungsstab im Einsatz. Rund 450 externe Sicherheitskräfte überwachen die Einhaltung der Glasverbots-Regelungen an den Kontrollstellen der Verbotszonen in der Altstadt und im Zülpicher Viertel sowie in der Glasverzichtszone in der Südstadt. Zusätzlich sind 11 Streetworker des Amtes für Kinder, Jugend und Familie auf der Straße im Einsatz.

Im Koordinierungsstab arbeiten seit 8 Uhr und ebenfalls bis in die Nacht unter der Leitung des Amtes für öffentliche Ordnung Vertreterinnen und Vertreter aller beteiligten städtischen Dienststellen, der Feuerwehr, der Landes- und der Bundespolizei, der Hilfsorganisationen, der Kölner Verkehrsbetriebe, der Abfallwirtschaftsbetriebe, des Veranstalters und des von der Stadt Köln beauftragten Sicherheitsunternehmens. Dieses Gremium bewertet die aktuelle Lage ständig neu, trifft erforderliche Entscheidungen und sorgt für eine rasche Umsetzung.

Die Einsatzteams des Ordnungsdienstes sind in Vierer- und/oder Sechser-Gruppen in der Alt- und Südstadt, dem Zülpicher Viertel, rund um den Dom und im Rheingarten eingesetzt. Sie werden begleitet von 18 Ordnungsdienstkräften aus Düsseldorf, die im Rahmen eines Fachaustauschs die Arbeitsbedingungen und die Vorgehensweise der Kölner Kollegen kennenlernen wollen.

Aufgrund der negativen Erfahrungen zum letztjährigen Sessionsbeginn steht in diesem Jahr die Ahndung von Wildpinklern besonders im Fokus. Im Vorfeld wurden durch die Stadt Köln und den Veranstalter über 700 verschiedene Toilettenanlagen in der Innenstadt aufgestellt. Einige Standorte wurden angepasst, andere durch veränderte Angebote (Pinkelsterne) erweitert. Die städtischen Toiletten sind nun mit einheitlichen Hinweisen markiert. Wildpinkeln wird in allen Fällen mit einem Bußgeld geahndet. Der konkrete Betrag wird in einem schriftlichen Verfahren festgelegt. Der Mindestbetrag liegt bei 60 Euro.

Die weitere Verbesserung der Toilettensituation zeigt Wirkung. So wurden bis 15 Uhr mit 57 Feststellungen wesentlich weniger Personen als im Vorjahr angetroffen, die ihre Notdurft in der Öffentlichkeit verrichtet hatten. Auch außerhalb dieser Feststellungen wurde generell ein Rückgang des wilden Urinierens beobachtet.

Die Aktion „Mehr Spaß ohne Glas“ konnte erneut erfolgreich umgesetzt werden. Bei milder Witterung und zunächst sonnigem Wetter war der Besucherandrang schon am Vormittag enorm. Auf bewährte Art und Weise wurde an den Kontrollstellen in der Altstadt und im Zülpicher Viertel dafür gesorgt, dass von den Jecken mitgebrachtes Glas in die bereitgestellten Container entsorgt wurde und gar nicht erst in die Feierbereiche gelangte. In der Altstadt wurde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gastwirten und der DEHOGA wieder ein Pfandsystem für Mehrwegbecher anstatt der bisherigen „Bützjebecher“ eingesetzt.

Für die Südstadt wurde vom Ordnungsamt um den Severinskirch- und Chlodwigplatz eine freiwillige Glasabgabezone eingerichtet. Hier wurden die Feierenden durch Sicherheits- und Ordnungskräfte gebeten, auf Glasbehältnisse zu verzichten. Im Vorfeld der tollen Tage wurden unter den Gastronomen im Umfeld der freiwilligen Glasabgabezone bereits im Sommer für Unterstützung der Aktion geworben.

Wie schon in den Vorjahren war ein deutlicher Trend erkennbar, dass sich immer mehr Jecke gut informiert auf den Weg nach Köln machten und gar kein Glas mehr dabei hatten.

Innerhalb der Glasverbotszonen wurden 69 Personen angesprochen. Diese haben anschließend das Glasbehältnis entleert und entsorgt.

In diesem Jahr haben sich sieben bisher erfreulicherweise auch Kiosk-, Imbiss- und Einzelhandelsbetriebe wieder strikt an die Spielregeln von „Mehr Spaß ohne Glas“ gehalten. Bei Kontrollen in Gewerbebetrieben gab es fünf Verstöße gegen die Gewerbeordnung sowie eine nicht genehmigte Sondernutzung. Eine Gaststätte wurden wegen einer baurechtlichen Nutzungsuntersagung geschlossen.

In 391 Fällen wurde mit Jugendlichen ein Präventivgespräch zum Alkoholkonsum geführt. Bis 15 Uhr wurden insgesamt 358 Jugendschutzkontrollen durchgeführt. In 140 Fällen wurden alkoholische Getränke sichergestellt. 118 Personen wurden beim verbotenen Rauchen erwischt und mussten ihren Zigarettenvorrat vernichten. Sowohl die Anzahl der Präventivgespräche als auch die der Jugendschutzkontrollen und die der festgestellten Verstöße liegen deutlich über den Vorjahreswerten. Diese Zahlen decken sich mit dem Eindruck der Außendienstkräfte. Sie berichten über deutlich verstärkten Alkoholkonsum der jugendlichen Besucher und damit einhergehend verbale Auseinandersetzungen, die teilweise auch von Remplern und Drohgebärden gegenüber Ordnungsamtskräften begleitet wurden. 13 hilflose Personen (Alkoholkonsum) wurden den Sanitätsdiensten übergeben.

Die vorläufige Bilanz des Ordnungsdienstes ist daher gemischt.

Auch der Verkehrsdienst konnte wie in den Vorjahren erheblich zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung beitragen. So stellten die Einsatzkräfte sicher, dass Fahrzeuge keine Veranstaltungsflächen oder Flucht- und Rettungswege blockierten oder behinderten. Dabei mussten wie im Vorjahr 19 Fahrzeuge abgeschleppt werden. Es wurden insgesamt 168 (58) Verwarnungen für Parkvergehen ausgestellt. 28 Halter konnten ermittelt werden und haben ihr Fahrzeug daraufhin selbst weggesetzt.